Ein weiterer Gefangenenausbruch wurde aus dem Zentralgefängnis in der Oasenstadt Fajum südlich von Kairo gemeldet. Dort sollen die Häftlinge einen Polizeigeneral getötet und einen weiteren General verschleppt haben.
Die ägyptische Armee schützte am Sonntagmorgen nach wie vor nur öffentliche Gebäude. Soldaten fahren zudem in einigen Strassen Patrouillen. Auch in der Nacht zum Sonntag waren in Kairo wieder Plünderer unterwegs.
An vielen Orten waren Schüsse zu hören. Die Staatsmedien berichteten, die Soldaten hätten in Kairo Plünderer festgenommen.
Ägypten: Gefangenenausbrüche aus mehreren Gefängnissen registriert. /


Diese sollen vor Militärgerichte gestellt werden.
Wie eine Korrespondentin des arabischen Senders Al-Dschasira am Morgen aus Kairo berichtete, sei es in den Strassen des Stadtzentrums ruhig. Zwar hätten trotz der Ausgangssperre noch Demonstranten, die den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak fordern, über Nacht auf dem zentralen Tahrir-Platz ausgeharrt. Ihre Zahl sei aber deutlich zurückgegangen.
Die Armee hatte die Bürger per SMS aufgefordert, die bis 08.00 Uhr (07.00 MEZ) geltende Ausgangssperre einzuhalten, und andernfalls «scharfe Massnahmen» angekündigt.
Bisher über 100 Tote
Bei den seit fünf Tagen andauernden Protesten wurden nach amtlichen Angaben mindestens 102 Menschen getötet. Alleine am Samstag seien 33 Menschen bei Zusammenstössen mit der Polizei ums Leben gekommen, wie Sicherheitskräfte und Spitäler verlauten liessen.