Japans Bruttoinlandprodukt sank nach offiziellen Angaben im vierten Quartal 2010 auf das Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent. In den Monaten von Oktober bis Dezember dämpfte demnach vor allem das Auslaufen von Konsumanreizen beim Autokauf und eine neue Tabaksteuer die Kauflaune der Japaner. Zudem leidet Japan mit seiner stark exportabhängigen Wirtschaft unter der starken Währung sowie unter einer Deflation.
Im Gesamtjahr 2010 wuchs die japanische Wirtschaft trotz des Rückgangs im vierten Quartal um 3,9 Prozent auf rund 5,5 Billionen Dollar (4,1 Billionen Euro).
Mittlerweile geht auch fast ein Fünftel aller japanischen Exporte nach China. /


Es war das erste Wachstum seit drei Jahren.
Das chinesische Statistikbüro hatte allerdings bereits Ende Januar mitgeteilt, dass die Volksrepublik mit einem Bruttoinlandprodukt von rund 5,9 Billionen Dollar Japan als zweitgrösste Wirtschaftsmacht abgelöst habe.
Titelverlust nach 42 Jahren
Japan war durch ein Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg zur grössten Wirtschaftsmacht nach den USA aufgestiegen und hatte diesen Titel 42 Jahre lang verteidigt. Nach dem Platzen der japanischen Immobilienblase stagnierte die japanische Wirtschaft in den 90er Jahren jedoch.
Japan hat allerdings nicht nur mit den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise, sondern auch mit strukturellen Herausforderungen zu kämpfen. Fast ein Drittel der Staatsausgaben fliessen ins Sozialsystem.
Die Regierung in Tokio hob hervor, dass Japans Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung immer noch etwa zehn Mal höher sei als Chinas. Im Übrigen sei es erfreulich, wenn ein Nachbarland wie China schnell wachse, erklärte Haushaltsminister Kaoru Yosano. Fast ein Fünftel aller japanischen Exporte gehen in die Volksrepublik.