Guttenberg habe der Uni am Montagabend einen Brief zugeleitet und darin um die Rücknahme des Titels gebeten, sagte ein Universitätssprecher auf Anfrage. Guttenberg habe dies mit dem Hinweis auf «gravierende handwerkliche Fehler» getan, die er bei nochmaliger Durchsicht seiner Dissertation festgestellt habe.
«Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde», sagte Guttenberg am Montagabend bei einer Wahlveranstaltung im hessischen Kelkheim bei Frankfurt. «Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt.»
Er wolle mit seiner Entscheidung auch dazu beitragen, dass sein ehemaliger Doktorvater und seine frühere Universität keinen Schaden nähmen, erklärte Guttenberg.
Bundeskanzlerin Merkel hatte am Montag erstmals angedeutet, dass sie an dem Minister auch dann festhalten würde, wenn ihm der Doktortitel aberkannt würde.
Karl-Theodor zu Guttenberg will mit dem Doktortitel nicht mehr hausieren gehen. /


Für sie sei allein seine Arbeit als Minister entscheidend, und die mache er hervorragend. Sie habe ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten oder Inhaber eines Doktortitels berufen.
Fehler eingeräumt
Guttenberg räumte erneut Fehler ein: «Ich habe Fehler gemacht, ich habe sie nicht bewusst gemacht», sagte der Verteidigungsminister. Auch «Peinliches» sei dabei passiert, gab er zu und verwies auf nicht ausgewiesene Zitate aus der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» in der Einleitung seiner Promotionsarbeit.
«In der mir abgesprochenen Demut entschuldige ich mich bei allen, die ich verletzt habe», sagte Guttenberg.
Er habe sechs bis sieben Jahre an seiner Promotion geschrieben, sagte der Politiker und fügte hinzu: «Möglicherweise habe ich an ein oder anderer Stelle den Überblick über die Quellen verloren.» Jedoch habe er die Arbeit selbst verfasst. «Daher stehe ich auch zu dem Blödsinn darin», bekräftigte er. Rücktrittsforderungen wies der Verteidigungsminister allerdings zurück.