Derzeit werde aber alles daran gesetzt, einen Super-GAU durch die Kühlung der Reaktoren noch zu verhindern. Die japanische Atombehörde stufte den Störfall der Reaktoren eins, zwei und drei unterdessen auf die Kategorie fünf hoch. In Tschernobyl war die höchste Stufe sieben erreicht worden.
Die Ankündigung des Unternehmens, das gesamte Kraftwerk möglicherweise zu begraben, könnte ein Hinweis darauf sein, dass Tepco ein Fehlschlagen aller Rettungsversuche in Betracht zieht.
Die Techniker arbeiteten am Freitag aber noch mit Hochdruck daran, eine Starkstromleitung zu zwei der sechs Reaktoren zu verlegen. Mit der neuen Energieversorgung könnten die Wasserpumpen zur Kühlung der überhitzten Brennstäbe vielleicht wieder gestartet werden.
Hoffnung auf Strom bis Samstag
Der Strom zu den Unglücksreaktoren eins und zwei könnte bis Samstag wieder fliessen, erklärte die Atomaufsicht. Einen Tag später könnten auch die Reaktoren drei und vier wieder mit Elektrizität versorgt sein. Allerdings war unklar, ob die Wasserpumpen nicht durch das Erdbeben, den Tsunami und die späteren Explosionen im AKW beschädigt wurden.
Der Betreiber Tepco zieht offenbar ein Fehlschlagen in Betracht. /


Inzwischen wurden die Reaktoren weiter mit Wasser besprüht. Die Arbeiter konzentrierten sich dabei auf Reaktor drei, von dem die grösste Gefahr ausging. Zu seinem atomarem Brennstoff gehört auch das hochgiftige und krebserregende Plutonium.
Die Situation bleibe sehr ernst, erklärte die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA). Allerdings gebe es keine deutliche Verschlechterung seit Donnerstag. Die Strahlenbelastung in der rund 240 Kilometer entfernt liegenden Metropole Tokio sei nicht gefährlich.«cut»
EU bietet Hilfe an
Die EU will Japan im Kampf gegen das Atomunglück unterstützen. «Wir stehen mit technischer Hilfe bereit, um beim Herunterkühlen des Atommeilers zu helfen», sagte eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel.
Während sich die Aufmerksamkeit auf die Atomkatastrophe von Fukushima richtet, leiden nach wie vor Hunderttausende Menschen unter den Folgen des Erdbebens und des Tsunamis. Sie leben in Notunterkünften oft ohne Heizung und Trinkwasser, während in dem Gebiet ein Kälteeinbruch Eis und Schnee brachte.