Der «Japan-Effekt» sei «wohl kaum» nur Ursache für die Erfolge der Grünen und Grünliberalen, schreibt der Kommentator in der «Basler Zeitung» (BAZ). «Viel offensichtlicher ist der Zerfall der Mitte». Teile sich diese weiter wie eine «körperliche Zelle», sei immer unklarer, wer Anspruch auf einen Regierungssitz habe. «Es gilt Abschied zu nehmen von der einst stabilsten Exekutive der Welt».
Die Wählerschaft wolle nicht mehr nur grüne, sondern vor allem unverbrauchte Kräfte in der Politik, heisst es in der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Das Wahlresultat zeige, dass weite Kreise der Bevölkerung den etablierten Parteien die Lösung der anstehenden Probleme nicht mehr zutrauten.
Karten in der Mitte neu verteilt
Neigten sich die FDP und die CVP allerdings zu sehr in Richtung Atomausstieg, könne ihnen Opportunismus ausgelegt werden, meint der Kommentator der «Aargauer Zeitung» und der «Solothurner Zeitung».
Zürich wählte Grün. /


Blieben die Parteien zu sehr auf Atomkurs, «droht die nationale Kernschmelze».
Die Karten in der Mitte würden im Herbst neu verteilt, heisst es im Kommentar in der «Neuen Luzerner Zeitung» und der «Neuen Zuger Zeitung». Die Wähler in der Mitte hätten mit den neuen Parteien die Möglichkeit zu protestieren, ohne bürgerliche Ideale verlassen zu müssen.
GLP fehlt es an Köpfen
Der Test im Kanton Zürich habe allerdings nur begrenzte Aussagekraft, schreibt der Kommentator des «Tages-Anzeigers». Kantonale Politik interessiere das Volk nur mässig. Zudem sei das Zürcher Ergebnis nur eine logische Folge der konservativen Wende und des grünen Umdenkens.
Der Zuwachs der Grünliberalen werde im Herbst nicht mehr so gross sein wie jener in Zürich, heisst es im Berner «Bund». Mit Ausnahme der Zürcher Martin Bäumle und Verena Diener fehle es der Partei nämlich noch an nationalen Aushängeschildern.
Erstaunlicher als der Erfolg der GLP sei jener der BDP, heisst es in der Winterthurer Zeitung «Der Landbote». «Sie hat im Kanton bisher kaum Spuren gezogen, ihre Politik ist noch eine eigentliche Wundertüte».