Trotz grosser Anstrengungen sei die Nachfolge der beiden austretenden Chefärztinnen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe noch nicht ganz geregelt, teilte das Freiburger Spital (HFR) am Dienstag mit.
Gleichzeitig müssen auch mehrere austretende Oberärzte ersetzt werden. Deshalb habe die Spitaldirektion beschlossen, das medizinische Angebot am Standort Freiburg ab dem 29. August stark einzuschränken, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die betroffenen Patientinnen würden ab jenem Zeitpunkt im HFR-Spital in Riaz FR oder in anderen Einrichtungen wie dem Dalerspital in Freiburg betreut. Mit dem Dalerspital hat das Freiburger Kantonsspital eine Vereinbarung für eine Zusammenarbeit getroffen.
Lediglich ambulante Angebote wie gynäkologische Sprechstunden oder Sprechstunden für Schwangere bleiben am Freiburger Kantonsspital bestehen. Ausserdem betreibt das Spital rund um die Uhr einen Bereitschaftsdienst für Notfälle. Personal vor Ort betreut Notfallpatientinnen und überweist diese an andere Spitäler.
Die Massnahmen führen nicht zu Entlassungen, wie das Spital festhält.
Ärzte beim Kaiserschnitt. /


Zeitweilig werden Mitarbeitende an einen anderen Arbeitsort versetzt. Sie verstärken nicht nur das HFR-Team in Riaz, sondern auch das Dalerspital.
Dauer der Übergangsphase ungewiss
Zum heutigen Zeitpunkt lasse sich schwer voraussagen, wann der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden könne, teilte das Freiburger Spital weiter mit. Das HFR setze jedoch alles daran, die vakanten Stellen so rasch wie möglich zu besetzen. Die Übergangsphase soll nicht länger als bis zum Herbst dauern.
Für die Patientinnen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe stehen derweil Informationsblätter zu Verfügung. Zudem schaltet das Spital Ende Monat eine Hotline ein.
Diese Situation sei seines Wissens einzigartig in der Schweiz, sagte Jacques Seydoux, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, auf Anfrage. Er gehe davon aus, dass der Freiburger Fall auf Führungsprobleme zurückzuführen sei. Allerdings sei die ganze Branche generell vom Personalmangel betroffen.