Es sei europaweit einzigartig, dass eine Regierung nach der Atomkatastrophe von Fukushima «so ein deutliches Signal zu einer Energiekehrtwende setzt», sagte Gallus Cadonau, Geschäftsführer der Solar Agentur Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Jurymitglied des Europäischen Solarpreises bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung».
Die vier Bundesrätinnen (SP/CVP/BDP) wurden für einen Entscheid des Gesamtbundesrates geehrt. Ende Mai hatte sich dieser zu einem Atomausstieg bis zum Jahr 2034 bekannt. Im Juni stimmte der Nationalrat zu; Ende September folgte auch der Ständerat.
Der Bundesrat werde den Erhalt des Preises an einer der nächsten Sitzungen besprechen, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Micheline Calmy-Rey, Simonetta Sommaruga, Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf: Ehrung. /


Er erinnerte aber auch daran, dass der Bundesrat nie kommuniziert habe, wie der Entscheid zum Atomausstieg zustande gekommen sei.
Symbolische Ehre
Für Evi Allemann, Nationalrätin (SP/BE) und Co-Präsidentin der Solar Agentur Schweiz, hat die Auszeichnung symbolischen Charakter. «Der Preis richtet sich an alle, die den Entscheid zum Atomausstieg mitgetragen haben», sagte sie. Das gelte für die Bundesräte genauso wie für die Parlamentarier.
Die Ehre des Solarpreises falle symbolisch den vier Frauen zu, sagte Allemann. Wie die Entscheide im Bundesrat im Detail zustande kämen, wüssten nur die Bundesräte selbst: «Wir sehen ja alle nicht hinter die Türen des Bundesratszimmers.»
Peter Malama, Nationalrat (FDP/BS) und ebenfalls Co-Präsident der Solar Agentur Schweiz, ist «sehr zufrieden» mit der Preisvergabe. Es sei klar, dass der Bundesrat nur aufgrund der «vier Individualmeinungen der Bundesrätinnen» auf den Atomausstieg eingeschwenkt sei.