Die Mozilla-Stiftung, die auch hinter dem quelloffenen Internet-Browser Firefox steckt, will das neue System als Alternative zu anderen Plattformen wie Android oder Apples iOS aufbauen. Als Partner wurde neben dem Smartphone-Anbieter und Telekom-Ausrüster ZTE auch dessen Konkurrent TCL mit der Marke Alcatel genannt. Im Juli wurde der Start erster Geräte Anfang 2013 in Brasilien angekündigt.
ZTE setzt bisher fast ausschliesslich auf das Google-Betriebssystem Android, mit einem kleinen Anteil von Geräten mit Microsofts Windows-Plattform. «Wir werden uns nicht nur auf ein Betriebssystem verlassen», wird ZTE-Vizepräsident He Shiyou von Bloomberg zitiert. Das Unternehmen war zuletzt der viertgrösste Handy-Hersteller der Welt mit einem Marktanteil von 4,2 Prozent, wie die Marktforscher von Gartner ermittelten.
Firefox OS für günstige Einsteiger-Smartphones
Mozilla möchte mit seinem Firefox OS zunächst auf Einsteiger-Smartphones punkten. Das System soll auch auf Nicht-High-End-Hardware schnell und zuverlässig laufen. Das ist die Voraussetzung dafür, die Preise für die Smartphones niedrig zu halten.
Die Mozilla-Stiftung will das neue System als Alternative zu anderen Plattformen wie Android oder Apples iOS aufbauen. /


Als Zielgruppe sind zunächst nicht die grossen Industrieländer vorgesehen, sondern aufstrebende Länder wie Brasilien. Langfristig rechnet Mozilla jedoch auch mit Interessenten aus den Industrieländern. Dafür arbeitet Mozilla mit Netzbetreibern auch aus Deutschland zusammen.
Smartphones mit Firefox OS sollen auf reine Touchscreen-Bedienung setzen. Technisch werde die Oberfläche auf frei verfügbaren Webtechnologien wie HTML5 und CSS basieren. So sollen Apps auf dem Smartphone und auf einem Desktop-Browser funktionieren. Selbst Telefonate sollen über eine HTML5-App geführt werden. Aufgrund der offenen Systemarchitektur können Netzbetreiber und Hardware-Hersteller leicht eigene Erweiterungen in die Geräte integrieren.
Ob das System sich letztlich durchsetzen kann, wird sich zeigen. Bloomberg zitiert einen Analysten aus London, Pierre Ferragu von Sanford C. Bernstein & Co., der am Markterfolg zweifelt: «Betriebssysteme folgen der Gewinner-nehmen-alles-Regel». Er glaubt, dass die Konsumenten vor allem Android möchten.