«Wenn Kiir über die Bedingungen für seinen Rückzug verhandeln will, sind wir dazu bereit, aber er muss zurücktreten», sagte Machar am Donnerstag dem französischen Sender RFI.
Kiir habe «dabei versagt, die Einheit des südsudanesischen Volks zu bewahren». «Er kann die Menschen nicht einen, wenn er sie wie die Fliegen tötet und versucht, zwischenethnische Konflikte zu befeuern», sagte Machar.
Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Fraktionen der Armee wurden im Südsudan seit Sonntag hunderte Menschen getötet. Allein für die Hauptstadt Juba wurde die Zahl mit etwa 450 angegeben.
Bereits am Montag warf Kiir seinem langjährigen Rivalen Machar, den er im Juli als Vizepräsidenten entlassen hatte, einen Putschversuch vor. Machar wies den Vorwurf zurück. Am Mittwoch erklärte sich Kiir zu Gesprächen mit Machar bereit.
Kämpfe gehen weiter
Ungeachtet des Dialogangebots hielten die Kämpfe jedoch weiter an. Ein Armeesprecher sagte am Donnerstag, Kämpfer Machars hätten am Vorabend die Stadt Bor nördlich von Juba eingenommen, die Gefechte hätten die ganze Nacht angedauert. Den Angaben zufolge lieferte sich die Armee Gefechte mit Kämpfern des Rebellenführers Peter Gadet ausserhalb von Bor.
Gadet hatte während des Bürgerkriegs der Jahre 1983 bis 2005 wiederholt die Seiten gewechselt. Nach der Entlassung des Südsudans in die Unabhängigkeit im Jahr 2011 erhob er sich gegen die Regierung, später legte er aber die Waffen nieder.
UNO zeigt sich besorgt
Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union zeigen sich schon seit Tagen tief besorgt über die eskalierende Situation.
Bereits am Montag warf Staatschef Salva Kiir (Bild) seinem langjährigen Rivalen Machar, den er im Juli als Vizepräsidenten entlassen hatte, einen Putschversuch vor. /


Beobachter warnen vor einem drohenden Bürgerkrieg.
Die UNO-Mission im Südsudan (UNMISS) teilte mit, tausende Zivilisten seien vor den Kämpfen auf den UNO-Stützpunkt in Bor geflohen. Ihren Angaben zufolge flohen auch in vier der neun anderen Bundesstaaten Zivilisten auf die örtlichen UNO-Stützpunkte. Allein in Juba befanden sich am Mittwoch 15'000 bis 20'000 Menschen im Lager der UNO-Truppen.
Der Armeesprecher sagte, in Juba habe sich die Sicherheitslage nach den Kämpfen, die am Sonntag begannen und sich bis Dienstag hinzogen, wieder beruhigt. Die Läden seien geöffnet und die Strassen belebt, sagte Aguer.
Ausländer ausser Landes gebracht
Indes flogen mehrere westliche Staaten ihre Bürger aus. Die USA brachten am Mittwoch mit zwei Militärflugzeugen und einer Chartermaschine mehr als 150 US-Bürger und eigene sowie ausländische Diplomaten ausser Landes.
Auch Deutschland und Grossbritannien kündigten am Donnerstag an, ebenfalls Flugzeuge zu schicken, um ausreisewillige Bürger in Sicherheit zu bringen.
Die Schweiz empfiehlt ihren Staatsbürgern, den Südsudan vorübergehend zu verlassen, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf seiner Webseite schreibt. Wegen der schwierigen Sicherheitslage habe die Schweiz nur begrenzte Möglichkeiten zur Hilfe.
Gemäss EDA hat die Schweiz Kenntnis von rund 30 Staatsbürgern im Südsudan. Bis auf wenige Ausnahmen seien diese Personen für internationale Organisationen und NGOs tätig und in deren Krisendispositiv integriert, hiess es beim Aussendepartement auf Anfrage.