Die weltweite Wirtschaftskrise habe zu einer sinkenden Nachfrage nach Agrarprodukten geführt, was auch in der Schweiz einen Preisdruck ausgelöst und zu überhöhten Lagerbeständen an Milchpulver und Butter geführt habe, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW).
Randvolle Lager
Die randvollen Lager zwängen die Milchbranche jetzt, weitere Entlastungsmassnahmen in der Grössenordnung von 20,5 Millionen zu ergreifen.
Mit der Aufstockung des Kredites für Preisausgleichsmassnahmen für landwirtschaftliche Verarbeitungsprodukte (Schoggigesetz) um 18 Milionen soll erreicht werden, dass die Nahrungsmittelindustrie einheimische Rohstoffe, insbesondere Butter, Milchpulver und Brotgetreide, an Stelle von Importwaren verwendet.
EU fördert punktuell die Milchwirtschaft
Während also in der Schweiz Beiträge für mehrere Gebiete der Landwirtschaft gesprochen werden, konzentriert sich die landwirtschaftliche Finanzhilfe in der EU momentan auf die Milchwirtschaft. Am Montag hatte die EU-Kommission 280 Millionen Euro als zusätzlichen Beitrag für die Milchbauern vorgeschlagen.
Die Lager sind randvoll. Bild: Milchpulver-Trocknung bei EMMI. /


Das Geld soll aus dem Agrarbudget von 2010 kommen. Dem Milchfonds müssen noch das EU-Parlament und die EU-Finanzminister zustimmen. Die Milchbauern sind jene Gruppierung, die sich in der EU am heftigsten gegen den Preiszerfall wehrt. Allerdings wiesen verschiedene EU-Landwirtschaftsminister darauf hin, dass auch andere Sparten in der Landwirtschaft ums Überleben kämpfen.