An den Märkten in Europa und Asien kamen Zweifel an der Zahlungsfähigkeit anderer Golf-Staaten auf. Unter Druck standen vor allem die Aktien von Banken sowie Unternehmen, an denen Investoren aus der Region massgeblich beteiligt sind.
Die Aktien von UBS, Credit Suisse und Julius Bär büssten bis Handelsschluss rund fünf Prozent ein. Die Schweizer Vermögensverwaltungsbanken setzten grosse Hoffnungen auf den Nahen und Mittleren Osten und haben dort zahlreiche Niederlassungen eröffnet.
Die CS hat zudem seit gut einem Jahr mit dem Emirat Katar einen grossen Aktionär aus der Region und auch bei UBS hat sich ein Investor aus dem arabischen Raum eingekauft, dessen Identität die Bank geheim hält.
Insgesamt hielten sich die Verluste an der Schweizer Börse mit einem Abschlag des Swiss Market Index von gut zwei Prozent aber in Grenzen. Andere europäische Aktienmärkte brachen rund drei Prozent ein. Die US-Märkte waren wegen eines Feiertags geschlossen.
Bitte um Zahlungsaufschub
Die Schockwellen ausgelöst hatte die Bitte des Emirats um Zahlungsaufschub für Dubai World.
Bankengebäude in Dubai. /


Das Konglomerat will seine Schulden nun erst ein halbes Jahr später, bis zum 30. Mai 2010, zurückzahlen.
Die Immobilentochter Nakheel, welche die berühmten Palmeninseln vor der Küste von Dubai baut, hätte bis Dezember Schuldverschreibungen in Höhe von 3,5 Mrd. Dollar begleichen müssen.
Die Finanzkrise macht offenbar, dass sich die Scheichs übernommen haben. Dubai hatte 2008 insgesamt Ausstände in Höhe von schätzungsweise 80 Mrd. Dollar, davon häufte allein Dubai World einen grossen Teil an.
Im einst von Investoren und Bauherren als arabischer Boom-Staat gelobten Emirat gerieten zuletzt viele Prestige-Bauprojekte ins Stocken. In der Region tätige Banker sprachen von einem erheblichen Imageschaden für die Golfstaaten.