Für Bundesrat Moritz Leuenberger, der in der Stadtkirche von Liestal die Festansprache hielt, barg die Gründung der Universität Basel im Jahre 1460 den «Keim der Reformation, der Aufklärung, der Demokratie». Dieser Schritt habe Freiheiten und Erkenntnisse gebracht, von denen wir heute profitierten, sagte der Magistrat.
Manche dieser Freiheiten sieht der Vorsteher des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation indes durch die «Ökonomisierung aller Werte» bedroht. Die Medienfreiheit etwa dürfe nicht auf blosse Wirtschaftsfreiheit verkürzt werden, die in der Steigerung der Auflage bestehe und sonst keinerlei inneren Gehalt oder Auftrag mehr kenne, sagte Leuenberger.
Die Universität Basel ist die Älteste der Schweiz. /

Sorge bei SP-Bundesrat
Besorgt zeigte sich der SP-Bundesrat auch um die Lehr- und Forschungsfreiheit. Universitäres Schaffen dürfe nicht nur an Kriterien wie Effizienz, internationaler Konkurrenzfähigkeit und Wirtschaftlichkeit gemessen werden. Angewandte Forschung müsse auch für öffentliche Belange wie Raumplanung, Umwelt oder Verkehr möglich sein.
Leuenberger plädierte in seinen weiteren Ausführungen für die universelle Offenheit des Geistes gegenüber Neuem. «Die Öffnung des Geistes und die wirtschaftliche Entwicklung schliessen sich nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig, nur gemeinsam sind sie nachhaltig», sagte der Bundesrat gemäss Redetext.
Nach der Feier, an der auch die Regierungspräsidenten Urs Wüthrich (BL) und Guy Morin (BS) der Universität die Glückwünsche der Trägerkantone überbrachten, folgte ein Rundgang durch den «Markt des Wissens».