Durch die Kooperation der Swisscom mit den Stadtwerken verschaffe sich der Telekomriese Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Konkurrenz, teilte der Branchenverband in einem Communiqué mit.
Konkreter Anlass für die Anzeige sei die Vereinbarung zwischen der Swisscom und den Stadtwerken in St. Gallen. Dort habe die Swisscom durchgedrückt, dass nun vier Glasfasern in die Häuser gezogen würden, statt wie ursprünglich geplant eine Glasfaser, was günstiger wäre, schreibt Swisscable. Eine oder zwei Fasern stünden der Swisscom zur exklusiven Nutzung zur Verfügung.
Swisscom in St. Gallen verzichtet auf eigenes Netz
Nun verzichte die Swisscom in St. Gallen auf den Bau eines eigenen Netzes und beteilige sich lediglich an den Investitionskosten des städtischen Netzes, für das die Stimmbürger einen Kredit von rund 78 Mio.
Die Kabelnetzbetreiber werfen Swisscom den Missbrauch der Marktmacht vor. /


Fr. bewilligt hatten.
So sichere sich der Telekomriese einen Netzzugang zu markant tieferen Investitionsrisiken, argumentiert Swisscable: «Bei der Stadt St. Gallen dagegen steigen die Risiken, da ein Vier-Faser-Netz teurer ist als ein Ein-Faser-Netz und da die Stadtwerke mit weniger Einnahmen rechnen müssen.»
Denn die Swisscom werde zweifellos als Wiederverkäuferin von Netzkapazitäten auftreten. Damit stünden sie in direkter Konkurrenz zu den Stadtwerken.
Swisscom: Vereinbarungen kartellrechtlich unbedenklich
Die Swisscom ist sich keiner Schuld bewusst: Der Konzern sei der Ansicht, dass Kooperationsvereinbarungen mit den Stadtwerken zur Senkung der Kosten kartellrechtlich unbedenklich seien, sagte Sprecher Olaf Schulze. In St. Gallen wie in anderen grossen Schweizer Städten übernehme man bis zu 60 Prozent der Investitionen für das Glasfasernetz.
Die Swisscom und die St. Galler Stadtwerke beabsichtigten, die Kooperationsvereinbarung durch die Weko prüfen zu lassen. Weko-Präsident Walter Stoffel hatte im November die Swisscom und die Stadtwerke aufgefordert, der Weko ihre Verträge zu unterbreiten.