Der Entscheid zum Rücktritt sei ihm nicht leicht gefallen, liess Haltiner verlauten. Er hinterlasse eine gut funktionierende Behörde. «Die FINMA wird sich unter ihrer starken Geschäftsleitung zielgerichtet weiterentwickeln.»
Haltiner trete auf eigenen Wunsch zurück, hiess es weiter. Der Schritt habe nichts mit der Kritik an seiner Person zu tun, hielt FINMA-Sprecher Alain Bichsel auf Anfrage fest.
Haltiner hatte 2006 das Präsidium der damaligen Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) übernommen, nachdem er zuvor bei der UBS Mitglied des Group Managing Board gewesen war. Als EBK-Präsident habe Haltiner wesentlich den Aufbau der FINMA vorangetrieben, würdigte ihn das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD). Anfang 2009 hatte Haltiner dann das Präsidium der FINMA übernommen.
Finanzkrise gut gemeistert
Auch dank dem FINMA-Präsidenten habe die Schweiz die Finanzkrise im internationalen Vergleich gut überstanden, schreibt das EFD. So hätten die Massnahmen zur Stabilisierung des Finanzplatzes Schweiz die hiesige Volkswirtschaft vor grossem Schaden bewahrt.
Eugen Haltiner. /


Ins gleiche Horn blies die Bankiervereinigung: Sie würdigte unter anderem die Rolle der FINMA beim Rettungspaket für die UBS im Oktober 2008.
Über Haltiners Nachfolge will der Bundesrat im November entscheiden. Die Suche nach geeigneten Kandidaten ist eingeleitet. Als mögliche Nachfolger werden der St. Galler Privatbankier Konrad Hummler, der Genfer Privatbankier Ivan Pictet sowie Peter Siegenthaler, ehemaliger Direktor der Eidg. Finanzverwaltung, genannt.
Finanz- und Wirtschaftspolitiker sind sich einig: Die Nachfolgerin oder der Nachfolger müsse Persönlichkeit und Rückgrat haben. Der neue Präsident der Finanzmarktaufsicht FINMA solle die Welt der Grossbanken kennen, ohne an ihrem Gängelband zu gehen.
Kritik wegen UBS
Im Gegensatz zum Lob nach der Rücktrittsverkündung steht die Kritik während Haltiners Amtszeit: Wegen seiner früheren Manager-Stellung bei der UBS kamen immer wieder Zweifel auf, ob er für die Aufsicht über die Banken geeignet sei. Für Unmut sorgte etwa die Tatsache, dass Haltiner parallel zur Tätigkeit bei der FINMA eine Pension seines ehemaligen Arbeitgebers UBS erhielt.