Bis Donnerstag stieg die Zahl der Toten auf 343, doch haben die indonesischen Behörden kaum noch Hoffnung, Vermisste lebend zu retten. Derzeit werde noch nach 338 Vermissten gesucht, sagte ein Katastrophenschutzvertreter. Mehr als 48 Stunden nach dem Beben gebe es aber kaum mehr Hoffnung, Überlebende zu finden.
«Wir haben die Inseln überflogen und nur Leichen gesehen», sagte er. Nach seinen Schätzungen haben mindestens zwei Drittel der Vermissten die Katastrophe nicht überlebt.
Die abgelegenen Inseln vor der Küste Sumatras waren am Montagabend von einem Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert worden. Zehn Minuten später war eine bis zu drei Meter hohe Flutwelle über die Inseln gerollt und hatte hunderte Häuser mit sich fortgerissen. Luftaufnahmen zeigten, dass der Tsunami grosse Gebiete überschwemmte.
Mehr als 400 Menschen werden vermisst.(Archivbild) /


Obwohl Indonesien nach dem verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004 ein modernes Tsunami-Frühwarnsystem installiert hatte, wurden die Bewohner nicht rechtzeitig gewarnt - unter anderem, weil viele der Dörfer bis heute ohne Stromversorgung sind. Zudem war das rund 136 Millionen Franken teure Warnsystem vor einem Monat zusammengebrochen, weil es nicht ordentlich gewartet wurde.
Nach ersten Hilfslieferungen per Helikopter trafen am Mittwoch und Donnerstag nach und nach auch Schiffe mit weiteren Rettungskräften, Ärzten und Nothilfen auf den Inseln ein, die rund eine halbe Tagesreise von Sumatra entfernt liegen. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono traf ebenfalls auf den Inseln ein, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.
Bedrohung besteht weiter
Am Vulkan Merapi, der fast 1300 Kilometer weiter östlich auf der Hauptinsel Java liegt, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Während die ersten Einwohner trotz der Evakuierungsanordnung versuchten, wieder in ihre Häuser zurückzukehren, brach der Vulkan erneut aus.
«Wir haben eine moderate Eruption gemessen», sagte Chef-Vulkanologe Surono. «Die Bedrohung besteht weiter.» Über neue Schäden oder Opfer wurde zunächst nichts bekannt.
Beim Ausbruch des aktivsten Vulkans des Landes am Dienstag kamen 33 Menschen ums Leben, darunter auch der traditionelle «Wächter» des Merapi.