In Bern inszenierte ein Künstler Ausschaffungen satirisch. In Zürich liess die SVP 1500 Ballone aufsteigen.
In Zürich lud die SVP Schweiz am Samstag zu einem Streitgespräch zwischen Partei-Vizepräsident Christoph Blocher und dem grünen Zürcher Nationalrat Daniel Vischer über die Ausschaffungsinitiative. Mehr als 1000 Personen - die allermeisten Anhänger von Blocher - strömten ins Theater 11 in Oerlikon.
1500 Ballone mit schwarzen Schafen
Zum Abschluss liessen die Teilnehmer 1500 weisse Ballone mit aufgedruckten schwarzen Schafen in den Himmel steigen. Sie sollten kriminelle Ausländer symbolisieren, die weggeschickt werden. Die Aktion hatte zuvor mit der Flugsicherung Skyguide abgesprochen werden müssen, die schliesslich grünes Licht gab.
Vor dem Bundeshaus in Bern warben die Gegner des Volksbegehrens zur Ausschaffung für ein doppeltes Nein zur SVP-Initiative und dem Gegenvorschlag. Mit Hunderten alter Schuhe bildeten sie den Schriftzug «2x Nein» auf dem Bundesplatz.
Daniel Vischer im Streitgespräch mit Chrstoph Blocher. /


Es gab Konzerte, Slam Poetry und Platzaktionen.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Nationalen Aktionstags gegen die beiden eidgenössischen Vorlagen statt. Für Irritation sorgte bei manchen Besuchern der Auftritt eines Zürcher Aktionskünstlers, der in der Rolle des fremdenfeindlichen «Alois B. Stocher» für ein Ja zur Ausschaffungsinitiative warb.
Lambiel gegen Ausschaffungen
In Lausanne und in Genf gingen am Aktionstag 500 respektive 300 Gegner der Ausschaffungsvorlagen auf die Strasse, vor allem jüngere Leute. Sie bezeichneten die Initiative als diskriminierend und als rassistisch.
Den Umzug in Lausanne hatte die Bewegung «Kampf dem Rassismus» (MLCR) organisiert. An dessen Spitze marschierte der Walliser Eiskunstläufer Stéphane Lambiel.