2001 waren 10,8 Prozent der bernischen Bevölkerung arm oder armutsgefährdet, 2008 waren es bereits 12,5 Prozent. Armut sei kein konjunkturelles Problem, sondern ein strukturelles, betonte der kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (SP) am Montag vor den Medien in Bern.
Der Bericht macht deutlich, dass sich die Einkommensschere weiter geöffnet hat. Während die oberen Einkommensschichten ihre Einkommen halten oder leicht steigern konnten, nahmen sie bei den ärmsten Haushalten um 20 Prozent ab.
Immer mehr Menschen wissen nicht wie überleben. /


Ursache für den Einkommensverlust ist der Arbeitsmarkt, der sich für Menschen mit geringen beruflichen Qualifikationen immer stärker verschliesst. Diese Tendenz belegt auch der ebenfalls am Montag vorgestellte Bericht zur Sozialhilfe. Aus ihm geht unter anderem hervor, dass immer mehr Menschen ausschliesslich von der Sozialhilfe leben.
Während die Zahl der von der Sozialhilfe unterstützten Personen 2009 im Kanton Bern um ein Prozent zunahm, stiegen die Kosten wesentlich stärker, nämlich um vier Prozent. Die durchschnittlichen Nettokosten pro Person betrugen pro Monat 732 Franken.