Für Bruno Baeriswyl, den Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich und Präsidenten der Vereinigung der Schweizer Datenschutzbeauftragten, ist es störend, dass gewisse Apps Daten sammeln, ohne dass der iPhone-Besitzer etwas davon merkt. In einem am Freitag veröffentlichten Interview im «Bund» und im «Tages-Anzeiger» warnt er: «Wer will, kann uns ausspionieren.»
Zu den Daten, die erfasst werden können, gehören laut Baeriswyl Alter, Geschlecht, Hobbys und Kontakte, die in den Handy-Adressbüchern gespeichert sind. Einige Apps gäben diese Informationen an Dritte weiter. Es seien längst nicht nur Werbeunternehmen, die sich für solche Informationen interessierten.
Schritt für Schritt kann verfolgt werden
Hinzu komme, dass jedes Handy eine Identifikationsnummer habe und geortet werden könne. «Das bedeutet, dass jemand über sein Handy getrackt - also verfolgt - werden kann.» Über den GPS-Chip in einem Handy sei es ausserdem möglich mitzuverfolgen, ob der Kunde zu Fuss unterwegs sei, ob er renne oder Auto fahre, welche Restaurants er besuche oder wo er einkaufe.
Die Smartphone-Besitzer können viel zu wenige Sicherheitseinstellungen vornehmen.
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«Ein Arbeitgeber, der die Handy-ID kennt, könnte zum Beispiel überprüfen, ob ein Mitarbeiter wirklich krank zu Hause im Bett liegt oder ob er nicht einfach schwänzt und in die Berge fährt.» Eine solche Massnahme wäre laut Baeryswil jedoch illegal.
Puzzle von Informationen
Ein Tracking ergebe ein Puzzle von Informationen über die Lebenssituation und die Gewohnheiten der Handy-Nutzer. Ein Interesse daran hätten beispielsweise Krankenkassen oder andere Versicherer. So könnte festgestellt werden, ob ein IV-Bezüger trotz angeblichen Rückenleidens regelmässig joggen gehe oder Ähnliches.
Das Ärgerliche: Smartphone-Nutzer haben kaum eine Möglichkeit, das zu verhindern. Leider könne man bei iPhones und zum Teil auch bei anderen Smartphones noch viel zu wenige Sicherheitseinstellungen vornehmen, um seine Privatsphäre zu schützen, kritisiert Baeriswyl.