Der noch junge Begriff in der Abfallszene könnte nach Ansicht von Experten ein neues Zeitalter einläuten. «Urban Mining» sei ein Paradigmenwechsel, von der Abfallbewirtschaftung zur Kreislaufwirtschaft, sagte Baudirektor Markus Kägi (SVP) am Freitag an einer Medienkonferenz in Zürich.
Im Kanton Zürich habe sich ein Rohstofflager angesammelt, das punkto Lagerdichte mit den klassischen Rohstoff-Minen mithalten könne. Dabei handle es sich um die metallischen Anteile von Bauten und Konsumgütern, die bislang durch die Entsorgung verloren gegangen seien.
Die Rückgewinnung von hochwertigem Aluminium, von Chromstahl, Kupfer und vielen anderen Metallen sei in mehrfacher Hinsicht sinnvoll, erklärte der Baudirektor.
Die Stadt Zürich will Pionierrolle im «Urban Mining» übernehmen. /


«Wir schonen die Ressourcen, sparen Energie, belasten die Umwelt nicht mehr mit Emissionen aus Deponien und es lohnt sich auch finanziell.»
Neue Gebäude aus recycliertem Beton
Zunehmend Bedeutung erlangen im Kanton Zürich Reststoffe aus Gebäudeabbrüchen. Laut einem neuen Berechnungsmodell des Kantons lagern in der Bausubstanz 410 Millionen Tonnen mineralische und gut 9 Millionen Tonnen metallische Stoffe, die später wiederverwertet werden könnten, wie Stefan Rubli von der Energie- und Ressourcen-Management GmbH ausführte.
Beim Abbruch der Wohnsiedlung Bernerstrasse in Zürich mit 267 Wohnungen wurde laut Rubli dank eines selektiven Rückbaus eine Verwertungsquote von 91 Prozent erreicht. Das sei eine Quote, wie sie bei der Wiederverwertung von Glas verzeichnet werde.
Rubli räumte allerdings ein, dass bei Architekten und Ingenieuren bei der Verwendung von Rückbaustoffen noch immer grosse Vorbehalte bestehen. Der Kanton Zürich wolle auf dem Gebiet der Verwendung von Recycling-Beton eine Pionierrolle übernehmen.