Elf Deutschschweizer Kantone (AG, BL, BS, BE, LU, NW, OW, SZ, SO, UR, ZG) lassen ihre Polizisten an der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch (IPH) ausbilden. In diesem Jahre laufen der siebte und achte Lehrgang. Im Sommer wird der 1000. IPH-Polizist sein Diplom in Empfang nehmen können.
Die IPH sei nun an der Schwelle von der Pionier- in die Konsolidierungsphase, sagte Schuldirektor Christoph Tanner am Samstag vor den Medien. Die Schulleitung habe deshalb die Ausbildungskonzepte überprüft.
Mehr Praxisnähe
Die Ausbildung wird ab Herbst 2012 praxisorientierter werden, und auch die Vernetzung der verschiedenen Kompetenzen soll stärker gefördert werden. Heute seien die zehn Monate dauernden Lehrgänge stark fächerorientiert, sagte Tanner. Künftig würden sie auf die Einsatzbereiche Verkehrs-, Kriminal- und Sicherheitspolizei ausgerichtet.
Die IPH will auch mehr eigene Lehrer einsetzen.
Elf Kantone lassen ihre Polizisten an der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch (IPH) ausbilden. /


Heute werden von den 30'000 Stunden jährlich 20'000 Stunden von aktiven Polizisten unterrichtet und nur 10'000 von festangestellten Lehrern.
Dieses Verhältnis solle umgekehrt werden, sagte Tanner. Er begründete dies damit, dass mit eigenen Lehrern leichter ein einheitlicheres Ausbildungsprofil erreicht werden könne.
Polizisten vermehrt auch Sozialarbeiter
Tanner sagte, dass die Anforderungen an die Polizeischüler immer grösser würden, vor allem was die «weichen» Kompetenzen wie Kommunikation oder interkulturelle Fähigkeiten betreffe. Dies hänge auch mit den Erwartungen der Gesellschaft an die Polizei zusammen. Auch Schreibarbeiten würden immer wichtiger.
An der IPH arbeiten rund 70 Personen, die sich etwa 40 Stellen teilen. Die interkantonale Schule erwirtschaftete einen Umsatz von rund 17 Millionen Franken. Der Jahresgewinn beträgt 600'000 Franken. Einen Teil der Einnahmen generiert die IPH durch die Vermietung von Schulräumlichkeiten an Dritte.