Auslöser für die neue Blockade sei die vorübergehende Verhaftung eines 24-jährigen Serben durch Polizisten der EU-Rechtsstaatsmission (EULEX), berichteten die Medien in Belgrad.
Die Durchgangsstrasse wurde mit Baumstämmen und schweren Baugeräten gesperrt. Nachdem der in der serbischen Regierung für das Kosovo zuständige Minister Goran Bogdanovic mit den serbischen Bürgermeistern in Nordkosovo verhandelt hatte, wurde eine Fahrspur wieder geräumt.
Nach dem Abkommen zwischen Serben und Albanern vom Anfang des Monats müssen alle serbischen Blockaden abgebaut werden. Das Abkommen, das nach neuer Gewalt von der internationalen Schutztruppe (KFOR) vermittelt worden war, sieht die Wiederaufnahme von Verhandlungen unter Vermittlung der EU am 2. September in Brüssel vor. Neue Blockaden gefährden diese Gespräche.
Zentrale der EULEX in Pristina. /


Serbien unterstützt seine Landsleute im Norden Kosovos mit jährlich weit über 200 Millionen Euro. Nach offiziellen Angaben stehen allein 42'000 Kosovo-Serben auf den Belgrader Gehaltslisten.
Die Kommunalverwaltungen, der Zoll, die Polizei, der Bildungssektor und das Gesundheitswesen sind von Serbien abhängig. Die Kosovo-Regierung in Pristina besitzt im Norden des Landes keinen Einfluss und will das ändern.
Tadic beharrt auf EU-Betrittskandidatur bis Ende 2011
Auch wenn Serbien sich entgegen den kürzlich geäusserten Forderungen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel nicht aus dem Norden Kosovos zurückzieht, will es doch weiter bis zum Jahresende EU-Beitrittskandidat werden, sagte Staatschef Boris Tadic.
Demgegenüber hatte Merkel zu Wochenbeginn in Belgrad verlangt, vor einer weiteren Annäherung des Balkanlandes an Brüssel müsse Serbien seine Rolle in Nordkosovo mit seiner serbischen Bevölkerung aufgeben.
«In Nordkosovo kann unser Volk nicht existieren, wenn es nicht seine Institutionen besitzt», begründete Tadic seine ablehnende Haltung. Die Forderung Merkels sei «unannehmbar» und «unmöglich».