Das AKW solle weiterlaufen, solange die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit gegeben seien, bekräftigten BKW-Verantwortliche am Montag vor den Medien in Mühleberg. Sie wiesen darauf hin, dass die Sommerpause dieses Jahr nicht nur für die ordentlichen Revisionsarbeiten genutzt worden sei.
Vielmehr habe man auch den Schutz des Notsystems vor extremen Hochwassern verbessert und zu diesem Zweck drei zusätzliche Ansaugstutzen für die Kühlwasserentnahme aus der Aare montiert. Die Massnahmen kosteten die BKW "weniger als zehn Millionen Franken".
Die Nachrüstung verlängerte die Sommerpause des Atomkraftwerks allerdings um fast zwei Monate. Um den Produktionsausfall zu kompensieren, musste die BKW Strom für rund 28 Millionen Franken zukaufen.
Risse an den Schweissnähten
An den ordentlichen Revisionsarbeiten waren laut BKW mehr als 1000 interne und externe Fachleute beteiligt. Besonderes Augenmerk galt den Rissen im Kernmantel, die mit einem neuartigen, laut BKW international etablierten Verfahren überprüft wurden.
Die Risse an den Schweissnähten im Mantelinnern wurden schon 1990 entdeckt.
Das Atomkraftwerk Mühleberg ist geprüft worden. /


Sie seien zuletzt "nicht oder nur gering gewachsen", betonte Ulrich Imobersteg, Leiter Nuklearmaschinentechnik.
Entgegen früherer Befürchtungen sei kein wanddurchdringender Riss festgestellt worden. "Wir können das heute zweifelsfrei festhalten." Die BKW trat damit anderslautenden Medienberichten vom vergangenen Juli entgegen.
Das AKW Mühleberg wurde am Wochenende wieder in Betrieb genommen. Die volle Leistung soll an diesem Mittwoch erreicht sein.
Protest vor und im Bundeshaus
In Bern protestierten am Montag rund hundert Menschen gegen die Wiederinbetriebname des AKW, wie die Grünen des Kantons Bern mitteilten. Aktivisten in Schutzanzügen verteilten Flugblätter, in denen die Bevölkerung über die Wiederinbetriebnahme des AKW Mühleberg informiert wurde.
Auch im Nationalrat setzten die Grünen ein Zeichen des Protests. Sie platzierten auf ihren Pulten Schilder mit der Aufschrift "AKW Mühleberg abschalten". Dafür gabs Tadel von Ratspräsident Jean-René Germanier: Das Parlamentsgesetz untersage solche Aktionen. Die Grünen kamen seiner Aufforderung nach und entfernten die Schilder.