«YouTube Kids ist alles andere als ein sicherer Platz für Kinder zum Erkunden. Die App wird mit Werbung für Essen und Getränke überflutet, wie man es bei keiner anderen Medienplattform für junge Kinder sieht», kritisiert Josh Golin von der Campaign for Commercial-Free Childhood (CCFC).
Unpassendes Marketing
Gemeinsam mit dem Center for Digital Democracy verlangt die CCFC nach einer Untersuchung der Lebensmittelmarketing-Verantwortlichen, Video-Programmierer und der YouTube-Mutter Google, um die Ursachen für das unpassende Marketing von ungesunder Nahrung aufzuspüren. Bereits im April wiesen Initiativen darauf hin, dass bei der YouTube-Kids-App eine unlautere Vermischung von Content und Werbung stattfindet.
In der neuesten Beschwerde findet sich Evidenz dafür, dass YouTube gegen seine eigenen Unternehmensgrundsätze verstösst - eigentlich ist das Ziel der Firma tatsächlich, keine Werbung für ungesunde Nahrungsmittel und Getränke zu zeigen. In den der Beschwerde beigelegten Screenshots werden jedoch Anzeigen, Promo-Videos und Videos mit Product Placement gezeigt, in denen verschiedenste Süssigkeiten angepriesen werden, unter anderem auch Nutella.
YouTube-App verlockt zum Naschen. /


Auch Burger King und Coca-Cola werben auf der für Kinder gedachten App.
YouTube weiss von nichts
YouTube ist sich indessen keiner Schuld bewusst. «YouTube Kids verbietet bezahlte Anzeigen für alle Lebensmittel- und Getränkemarken. Wir bitten die Ersteller von Inhalten auf YouTube auch anzugeben, ob ihre Videos bezahltes Product Placement oder Anreize zum Kauf beinhalten und schliessen diese Videos von der YouTube-Kids-App aus», so eine YouTube-Sprecherin. «Die App enthält breit gefächerte Inhalte, die auch Videos zu essensbezogenen Themen beinhaltet, aber das sind keine bezahlten Anzeigen», stellt das Unternehmen klar.