Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeitsfelder dieser Berufsgruppe in der Schweiz, die Ausbildungswege und die Zukunftsperspektiven in diesem Bereich mit Fokus auf LED-Technik und Energiesparen.
Lichtgestaltung: Mehr als nur Beleuchtung
Lichtplanung geht weit über die reine Ausleuchtung von Räumen hinaus. Es ist eine komplexe Disziplin, die sowohl technische als auch gestalterische Aspekte berücksichtigt. Lichtplaner entwickeln Beleuchtungskonzepte für Innen- und Aussenräume, die den jeweiligen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden. Dabei spielen Faktoren wie die Architektur des Raumes, die Nutzung des Raumes, die gewünschte Atmosphäre und die Energieeffizienz eine wichtige Rolle.
Lichttechniker hingegen konzentrieren sich auf die technischen Aspekte der Beleuchtung. Sie berechnen die optimale Beleuchtung für verschiedene Anwendungen, wählen die passenden Leuchtmittel und -systeme aus und sorgen für die fachgerechte Installation und Wartung der Anlagen. Das gilt für Innenräume, wie für Aussenfassaden von Gebäuden.
Aufgaben und Tätigkeitsfelder in der Schweiz
Die Aufgaben von Lichtplanern und Lichttechnikern in der Schweiz sind vielfältig und abwechslungsreich. Zu den typischen Tätigkeiten gehören:
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Analyse der Beleuchtungssituation: Bevor ein Beleuchtungskonzept erstellt werden kann, müssen Lichtplaner die vorhandene Beleuchtungssituation analysieren. Dazu gehören die Erfassung der Raumgeometrie, die Bestimmung der Beleuchtungsstärke und die Beurteilung der Lichtqualität.
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Entwicklung von Beleuchtungskonzepten: Lichtplaner entwickeln individuelle Beleuchtungskonzepte, die den Anforderungen des Kunden und den Gegebenheiten des Raumes gerecht werden. Dabei berücksichtigen sie sowohl funktionale als auch ästhetische Aspekte und die Schweizer Normen und Richtlinien.
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Auswahl von Leuchtmitteln und -systemen: Lichtplaner und Lichttechniker wählen die passenden Leuchtmittel und -systeme aus, die den Anforderungen des Beleuchtungskonzepts entsprechen. Dabei achten sie auf Energieeffizienz, Lichtqualität und Lebensdauer.
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Erstellung von Lichtberechnungen: Lichttechniker führen Lichtberechnungen durch, um die optimale Beleuchtung für verschiedene Anwendungen zu ermitteln. Dabei berücksichtigen sie Faktoren wie die Beleuchtungsstärke, die Gleichmässigkeit der Beleuchtung und die Blendungsfreiheit.
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Planung und Überwachung der Installation: Lichtplaner und Lichttechniker planen die Installation der Beleuchtungsanlagen und überwachen die Ausführung der Arbeiten gemäss den Schweizer Vorschriften.
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Inbetriebnahme und Wartung: Nach der Installation nehmen Lichtplaner und Lichttechniker die Beleuchtungsanlagen in Betrieb und führen regelmässige Wartungsarbeiten durch.
Lichtplaner und Lichttechniker sind in der Schweiz in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Sie arbeiten beispielsweise in:
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Architekturbüros: Hier entwickeln sie Beleuchtungskonzepte für Neubauten und Sanierungsprojekte.
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Lichtplanungsbüros: Spezialisierte Büros, die sich ausschliesslich mit der Planung und Umsetzung von Beleuchtungskonzepten befassen.
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Ingenieurbüros: Hier arbeiten sie an der Planung und Umsetzung von Beleuchtungsanlagen für Industrie und Gewerbe.
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Theater- und Veranstaltungstechnik: Lichtplaner und Lichttechniker sorgen für die optimale Beleuchtung von Bühnen, Konzerten und anderen Veranstaltungen.
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Museen und Galerien: Hier setzen sie Kunstwerke ins richtige Licht.
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Industrie: In der Industrie planen und optimieren sie die Beleuchtung von Produktionsstätten und Arbeitsplätzen.
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Öffentliche Hand: Lichtplaner arbeiten auch für Städte und Gemeinden, um die Beleuchtung von Strassen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden zu planen und zu optimieren.
Ausbildung und Qualifikation in der Schweiz
Es gibt verschiedene Wege, um in der Schweiz den Beruf des Lichtplaners oder Lichttechnikers zu ergreifen.
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Studium: An einigen Hochschulen und Universitäten wie der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) oder der Hochschule Luzern werden Studiengänge im Bereich Lichtplanung und Lichttechnik angeboten. Diese Studiengänge vermitteln fundierte Kenntnisse in den Bereichen Physik, Elektrotechnik, Architektur und Design.
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Ausbildung: Eine Ausbildung zum Elektroplaner EFZ mit der Fachrichtung Lichttechnik ist ebenfalls ein möglicher Einstieg in den Beruf. Diese Ausbildung dauert 4 Jahre und wird an Berufsfachschulen angeboten.
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Weiterbildung: Für Quereinsteiger aus anderen Berufen gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, beispielsweise zum «Lichttechniker/in (Licht & Media Technik) beim Fernsehen» oder zum «Fachplaner Licht» bei der SLG (Schweizerische Lichtgesellschaft).
Neben der fachlichen Qualifikation sind für Lichtplaner und Lichttechniker auch weitere Kompetenzen wichtig, wie beispielsweise:
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Kreativität: Lichtplaner müssen in der Lage sein, innovative und ästhetisch ansprechende Beleuchtungskonzepte zu entwickeln.
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Kommunikationsfähigkeit: Lichtplaner arbeiten eng mit Architekten, Innenarchitekten und anderen Fachleuten zusammen. Daher ist eine gute Kommunikationsfähigkeit unerlässlich.
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Technisches Verständnis: Lichttechniker benötigen ein fundiertes technisches Verständnis, um die komplexen Beleuchtungssysteme zu planen und zu installieren.
Zukunftsperspektiven in der Schweiz: LED-Technik und Energiesparen
Die Zukunftsperspektiven für Lichtplaner und Lichttechniker in der Schweiz sind gut. Die Bedeutung von Licht für die Gestaltung von Räumen und die Schaffung von Atmosphäre wird immer wichtiger. Zudem spielt die Energieeffizienz von Beleuchtungsanlagen eine immer grössere Rolle.
Die Schweiz hat sich ambitionierte Ziele im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz gesetzt.
Lichtgestalter arbeiten eng mit Architekten zusammen. /


Im Gebäudebereich spielt die Beleuchtung eine wichtige Rolle, da sie einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch ausmacht. Lichtplaner und Lichttechniker sind daher gefragte Fachkräfte, die mit ihrem Know-how dazu beitragen können, den Energieverbrauch zu senken und die Klimaziele zu erreichen.
Ein wichtiger Trend in der Lichttechnik ist der Einsatz von LED-Leuchtmitteln. LEDs sind energieeffizient, langlebig und bieten eine hohe Lichtqualität. Lichtplaner und Lichttechniker müssen sich mit den verschiedenen LED-Technologien und ihren Anwendungsmöglichkeiten auseinandersetzen.
Die Lichttechnik ist ein dynamisches Feld, das sich ständig weiterentwickelt und an neue Technologien, Designanforderungen sowie Umweltstandards anpasst. Hier sind einige der neuesten Trends in der Lichttechnik, die aktuell von Bedeutung sind:
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Farbsteuerung und dynamisches Licht:
Mit der Möglichkeit, Lichtfarben und -intensitäten in Echtzeit zu steuern, können Lichtplaner und Architekten innovative Ambiente schaffen. Dynamisches Licht, das je nach Tageszeit oder Benutzerpräferenz variiert, trägt zur Verbesserung des Wohlbefindens in Wohn- und Arbeitsräumen bei. Diese Technik wird besonders in Büros und Gesundheitsräumen geschätzt, wo eine positive Beeinflussung des Nutzerverhaltens und der Produktivität angestrebt wird.
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Integration von IoT (Internet of Things):
Die Kombination von Lichttechnik mit IoT-Technologien ist ein wachsender Trend. Durch die Vernetzung von Beleuchtungssystemen mit anderen smarten Geräten können Nutzern umfassende Steuerungsmöglichkeiten und Datenanalysen angeboten werden. Dies ermöglicht eine effiziente Nutzung von Ressourcen und hilft, Betriebskosten zu senken.
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Nachhaltigkeit:
Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat in der Lichttechnik an Bedeutung gewonnen. Hersteller entwickeln Produkte, die nicht nur energieeffizient sind, sondern auch umweltfreundliche Materialien verwenden. Zertifizierungen wie das Energy Star-Label fördern den Fokus auf nachhaltige Produkte. Zudem wird die Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromversorgung von Beleuchtungssystemen gefördert.
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Human-Centric Lighting (HCL):
Ein weiterer wichtiger Trend ist die Entwicklung von Human-Centric Lighting, das darauf abzielt, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Nutzer zu fördern. Diese Art der Beleuchtung berücksichtigt natürliche Lichtzyklen und ermöglicht es, die Lichtqualität an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen, um deren Produktivität und Stimmung zu verbessern.
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Modulare Lichtsysteme:
Modulare Lichtsysteme, die flexibel anpassbar sind, erfreuen sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit. Solche Systeme ermöglichen es, Beleuchtungskonzepte einfach zu planen und umzusetzen. Sie sind ideal für sich schnell ändernde Räume, wie etwa in Büros oder Verkaufsflächen, wo die Anforderungen oft variieren.
Lichtplaner und Lichttechniker sind Experten für die Gestaltung mit Licht. Sie schaffen Atmosphären, setzen Akzente und sorgen für die optimale Beleuchtung von Räumen und Gebäuden. Die Aufgaben und Tätigkeitsfelder dieser Berufsgruppe in der Schweiz sind vielfältig und abwechslungsreich. Die Zukunftsperspektiven sind gut, da die Bedeutung von Licht, die Anforderungen an die Energieeffizienz von Beleuchtungsanlagen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stetig steigen.