Während sich nach Polizeiangaben rund 1500 Befürworter auf dem Stuttgarter Schlossplatz versammelten, kamen etwa 10'000 Gegner zu einer Kundgebung vor den Hauptbahnhof. Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle. Bei dem umstrittenen Bauvorhaben soll der Stuttgarter Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden.
Auf der Kundgebung der Befürworter unter dem Motto «Fünf vor Zwölf für Stuttgarts Zukunft» sprach sich Bahnchef Rüdiger Grube für mehr Besonnenheit in der Diskussion um das Bahnprojekt aus.
Er bat, die Debatte «nicht weiter zu emotionalisieren» und alles zu unternehmen, damit die Schlichtungsgespräche nicht gefährdet würden. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, die Bahn halte die Friedenspflicht nicht ein.
Gegner verlangen Aufklärung
Die Kundgebung der Projektgegner fand unter dem Motto «Schwarzer Donnerstag - Wir klagen an!» in Erinnerung an den umstrittenen Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten am 30.
Die Gegner überwiegten zahlemässig die Befürworter deutlich. /


September statt. Anders als die Polizei sprachen die Organisatoren von rund 18'000 Teilnehmern.
Der Grünen-Innenexperte und Obmann im Untersuchungsausschuss zum Polizeieinsatz, Uli Sckerl, forderte eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse an jenem Tag und verlangte politische Konsequenzen. «Niemand glaubt, dass ein Einsatz dieser Grösse ohne Rückendeckung der Politik stattfand», sagte Sckerl.
Nach der Kundgebung zogen mehrere Tausend Projektgegner in einem Protestzug auf dem Stuttgarter City-Ring. Dabei kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auch hier gab es nach Polizeiangaben keine Zwischenfälle.