Kurzfristig will der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) in grösseren Städten an Ständen auf der Strasse die Leute ansprechen und Informationsmaterial verteilen. Er plant auch die Einrichtung einer telefonischen «Islam-Infoline», hat bereits eine Internetseite eingerichtet und will Vorträge organisieren.
Langfristig strebt er an, zum anerkannten Repräsentanten des traditionellen Islams sunnitischer Ausrichtung in der Schweiz zu werden, einen Fatwa-Rat in der Schweiz einzurichten, anerkannte islamische Schulen zu etablieren und sich in alle Landesregionen auszubreiten.
Fernziel ist auch die öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islams durch die Kantone, wie Präsident Nicolas Blancho an der «Gründungs-Pressekonferenz» in Bern sagte. Ein Fatwa-Rat erlässt Fatwas, also Rechtsgutachten zu aktuellen Problemen von Muslimen.
Keine Frauen unter den Aktivmitglieder
Gegründet wurde der Verein mit Sitz in Bern nicht erst jetzt, sondern schon im vergangenen Oktober, vor der Abstimmung über das Minarettverbot.
Mehrere hundert Teilnehmer demonstrieren auf dem Berner Bundesplatz gegen «Islamhetze». /


Er zählt nun laut Blancho 26 Aktivmitglieder und rund 500 Passivmitglieder. Unter den Aktivmitgliedern finden sich keine Frauen, aber unter den Passivmitgliedern.
Es sei geplant, unter dem Dach des IZRS eine zweite, parallele Frauenorganisation zu gründen, sagte Blancho. Der normative Islam lasse es nicht zu, dass Frauen und Männer in der gleichen Organisation tätig seien.
Der Verein finanziert sich aus Mitgliederbeiträgen und - vor allem - aus Zuwendungen. Die Pressekonferenz fand denn auch im noblen Berner Fünfsternhotel Bellevue statt.