Mitglieder der Regierungspartei NDP sagten dem Sender, ein Teil der Demonstranten werde «von Elementen gesteuert, die diese Form der Sabotage geplant» hätten. Die Zentrale der Regierungspartei in Kairo brannte am Freitag. Einige Demonstranten holten Fernseher und elektrische Ventilatoren aus dem Gebäude.
Präsident Husni Mubarak dehnte am Abend die Ausgangssperre auf das ganze Land aus. Zuvor waren bereits für den Grossraum Kairo sowie die Städte Suez und Alexandria nächtliche Ausgangssperren erlassen worden.
Am Internationalen Flughafen von Kairo hiess es unterdessen, alle Flughafenmitarbeiter und Touristen, die zum Flughafen wollten, seien von der geltenden Ausgangssperre zwischen 18 und 7 Uhr Ortszeit ausgenommen. Auch Reisende, die am Abend und in der Nacht in Kairo landeten, dürften den Flughafen verlassen.
An den Protesten vom Freitag nahm erstmals auch der am Vorabend aus Wien zurückgekehrte Friedensnobelpreisträger und Ex-Diplomat Mohamed Al-Baradei teil. Daraufhin wurde der Hoffnungsträger der Demonstrierenden unter Hausarrest gestellt.
Proteste in Kairo. /


Dies bestätigten ägyptische Regierungskreise.
Appelle an Mubarak
US-Aussenministerin Hillary Clinton appellierte am Freitag an die ägyptische Regierung, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Sicherheitskräfte zurückzuhalten.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die Zulassung friedlicher Proteste. Und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey rief die Regierung auf, die Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit zu respektieren.
EDA rät von Reisen nach Kairo ab
Das EDA rät seit Freitag angesichts der zunehmend chaotischen Lage in Ägypten von Reisen nach Kairo und den Grossstädten Alexandria, Suez und Ismailia ab. Die grossen Schweizer Reiseveranstalter reagierten umgehend.
Wer eine Reise in die ägyptische Hauptstadt gebucht hat, kann diese kostenlos umbuchen oder annullieren. Das Angebot gelte bis zum 15. Februar und werde laufend überprüft, wie bei Kuoni, Hotelplan und Tui Schweiz auf Anfrage zu erfahren war.