Die Zurich Financial Services (ZFS) übernimmt für 1,67 Mrd. Dollar die Mehrheit des Santander-Versicherungsgeschäfts in Brasilien, Mexico, Chile, Argentinien und Uruguay. Bestandteil des Geschäfts ist auch eine Vereinbarung über den Vertrieb von Versicherungsprodukten in den mehr als 5600 Santander-Filialen in diesen Ländern.
Der Vertrag hat eine Laufzeit von 25 Jahren, wie die ZFS am Dienstag bekannt gab. Verläuft die Zusammenarbeit mit Santander erfolgreich, werden zusätzlich zum derzeitigen Kaufpreis noch Nachzahlungen fällig. Diese so genannten Earn-Out-Zahlungen würden sich auf 250 bis 500 Mio. Dollar belaufen, wie Dieter Wemmer, Finanzchef der Zurich, am Dienstag an einer Telefonkonferenz durchblicken liess.
Tatsächlich stehen die Zeichen gut, dass die Rechnung für den Schweizer Versicherungskonzern aufgeht: Die Banco Santander ist mit ihren Lebens-, Renten- und Schadensversicherungsprodukten in Lateinamerika gut etabliert. Im vergangenen Jahr stieg ihr Prämienvolumen um beinahe einen Drittel auf 1,9 Mrd. Dollar.
Zurich Financial Services. /


Dazu kommen noch Renteneinzahlung in Höhe von 10,5 Mrd. Dollar, wie die ZFS mitteilte. Der Reingewinn von Santanders lateinamerikanischen Versicherungsgeschäft belief sich 2010 auf 328 Mio. Dollar. Da Santander mit 49 Prozent am neuen Gemeinschaftsunternehmen mit der ZFS beteiligt bleibt, fliesst inskünftig etwas mehr als die Hälfte des Gewinns nach Zürich.
Der Zurich-Konzern erzielte im vergangenen Jahr bei einem Gesamtumsatz von 67,7 Mrd. Dollar einen Gewinn von 3,43 Mrd. Dollar.
Unabhängiger von Westeuropa und den USA
Die ZFS setzt mit der Kooperation mit Santander das bereits bisher erfolgreich eingesetzte Modell des Vertriebs von Versicherungsprodukten über den Bankenkanal fort, wie Zurich-Chef Martin Senn ausführte. Mit der Transaktion steige ZFS zudem gemessen am Prämienvolumen zur viertgrössten Versicherungsgesellschaft Lateinamerikas auf.