Die deutsche Bundesregierung müsse die Prioritäten im Energiekonzept neu sortieren, sagte etwa der Vorstand der deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), Christian Noll, der Nachrichtenagentur dpa.
«Wir brauchen ein Sofortprogramm für mehr Energieeffizienz, nachdem sich die Laufzeitverlängerung als Irrweg herausgestellt hat», so Noll. Mit mehr Energieeffizienz lasse sich die Jahresstrommenge von zehn Atomkraftwerken einsparen.
Durch Einsparmassnahmen in Industrie, privaten Haushalten und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen könnten bis 2020 jährlich rund 70 Milliarden Kilowattstunden (kWh) eingespart werden. Ein deutsches Kernkraftwerk erzeugt jährlich im Schnitt etwa sieben bis acht Milliarden kWh.
Noll sagte, bisher komme Deutschland beim Thema Energieeffizienz nicht richtig voran, weil entsprechende Programme mit Anreizen fehlten. Grosses Potenzial schlummere im Haushaltsbereich.
Herkömmliche Stromzähler sind wenig transparent, was den effektiven Stromverbrauch betrifft. /


So sollte man über die Idee einer «Abwrackprämie» für alte, stromfressende Kühlschränke nachdenken.
Die Niederlande und Österreich hätten mit grossem Erfolg entsprechende Programme umgesetzt. Zudem könne im Bereich der Computernutzung viel Strom eingespart werden, in Bürogebäuden gehe zudem die Hälfte des Verbrauchs für die Beleuchtung drauf.
Ausserdem müsse die Regierung dringend das von mehr als zwei auf knapp eine Milliarde Euro gestutzte Programm zur Gebäudesanierung für mehr Energieeinsparungen aufstocken. In der Industrie lasse sich nur durch den Austausch alter, energieintensiver Pumpen der Strom von zwei Kraftwerken einsparen.