Nach Angaben eines Teilnehmers der Veranstaltung in der türkischen Mittelmeerstadt Antalya einigte sich die Opposition auf folgende Eckpunkte: Unterstützung der Proteste, Nein zu einer Bewaffnung der Demonstranten, Nein zum Zwist zwischen den verschiedenen Religionsgruppen, Nein zu einer ausländischen Militärintervention.
Der anonym bleibende Teilnehmer erklärte am Donnerstag, mehrere der rund 300 Delegierten hätten beschlossen, nicht nach Syrien zurückzukehren. Sie hätten Angst, nach ihrer Rückkehr festgenommen zu werden.
Der von einigen Teilnehmern zu Beginn gemachte Vorschlag, nach libyschem Vorbild einen Übergangsrat zu bilden, sei von der Mehrheit der Delegierten abgelehnt worden.
Über 1100 Tote
Die syrische Opposition, zu der Islamisten, Linke, Liberale, kurdische Gruppen und einige Stammesführer gehören, war bisher ziemlich zerstritten. Beobachter in Antalya bezeichneten die Konferenz, an der mehr als 300 Regimegegner teilnahmen, als «bislang wichtigstes Treffen der Opposition».
Präsident Bashar al-Assad klammert sich seit Monaten gegen die Proteste an der Macht. /


Die Demonstrationen der Demokratiebewegung in Syrien halten seit dem 18. März an, obwohl die Sicherheitskräfte zum Teil mit scharfer Munition und Artillerie auf die Protestierenden feuern.
Laut der syrischen Organisation Human Rights wurden seit Beginn der Unruhen mehr als 1100 Zivilpersonen getötet. Für Freitag rief die Opposition erneut zu Massenprotesten gegen die Regierung von Präsident Assad auf.
Politische Gefangene freigelassen
Nach Informationen aus Aktivistenkreisen wurden seit Mittwoch zahlreiche politische Gefangene freigelassen. Präsident Assad hatte am Dienstag eine Amnestie für politische Gefangene verkündet, die jedoch mit einigen Einschränkungen verbunden war.
Nach Angaben von Oppositionellen kam es direkt nach der Ankündigung im Zentralgefängnis der Stadt Aleppo zu einem Häftlingsaufstand, der jedoch später vom Wachpersonal niedergeschlagen wurde.