Dutzende Menschen seien verletzt worden. In Hama waren den Angaben zufolge am Freitag zehntausende Bewohner gegen Staatschef Baschar al-Assad auf die Strasse gegangen. Scharfschützen hätten mit automatischen Waffen in die Demonstration geschossen, berichtete die Menschenrechtsgruppe «Syrian Observatory».
In der Altstadt von Hama sei es zu den bislang grössten Demonstrationen gegen Assad gekommen, berichteten Einwohner. Assads Vater Hafes hatte als Präsident des Landes 1982 in Hama einen islamistischen Aufstand niederschlagen lassen und dabei bis zu 30'000 Menschen getötet.
Gedenken an tote Kinder
Auch in anderen Landesteilen gab es wieder Proteste und Kundgebungen. Die Demokratiebewegung hatte für Freitag zu Kundgebungen zum Gedenken an die seit Mitte März von den Sicherheitskräften getöteten Kinder aufgerufen. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF gibt ihre Zahl mit mindestens 30 an.
Auf die riesigen Demonstrationen reagiert Assad mit brutaler, willkürlicher Gewalt. /


Besonders bekannt ist der Fall des 13-jährigen Hamsa al-Chatib, der nach Angaben syrischer Aktivisten von Sicherheitskräften im südlichen Daraa gefoltert und getötet wurde. Syrische Medien wiesen die Foltervorwürfe als «Lügen» zurück.
Die Proteste in Syrien reissen trotz der Freilassung hunderter politischer Gefangener im Zuge einer Amnestie nicht ab. Die Opposition sprach sich am Donnerstag für die sofortige Amtsniederlegung und die Übergabe der Macht an den Vizepräsidenten aus.
Rastan weiter unter Beschuss
Die syrischen Streitkräfte beschossen auch am Freitag nach Angaben von Aktivisten die Stadt Rastan mit Artillerie und schweren Maschinengewehren. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilten die Örtlichen Koordinierungskomitees mit.
Die Stadt Rastan und das nahegelegene Talbiseh in Mittelsyrien werden seit einer Woche von Heereseinheiten belagert. Seit Samstag sollen dabei 74 Menschen getötet worden sein. Nach Angaben der Koordinierungskomitees feuerten Soldaten auch auf Einwohner, die aus Rastan zu fliehen versuchten.