Gaddafis Ehefrau Safia, seine Tochter Aischa und seine Söhne Hannibal und Mohammed sowie deren Kinder hätten am Montagmorgen die Grenze ins Nachbarland passiert, teilte das algerische Aussenministerium mit. UNO und Übergangsregierung seien informiert worden.
Letztere will «alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um diese Kriminellen zurückzubekommen und sie vor Gericht zu stellen», sagte nach Bekanntwerden der Flucht der Informationsminister Mohammed Schammam laut dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.
Warnung
Zugleich warnte er davor, Gaddafi selbst Unterschlupf zu gewähren. Jeder, der dies versuche, sei ein «Feind des libyschen Volkes». Algerien ist das einzige der Nachbarländer Libyens, das den Rebellenrat noch nicht als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt hat.
Gaddafi selbst ist seit über einer Woche untergetaucht.
Muammar al-Gaddafi hat seine Familie in Sicherheit gebracht, nachdem er schon einen Sohn verloren hat. /

In Libyens Hauptstadt Tripolis herrscht eine humanitäre Krise. /


Er soll sich mit seinem Sohn Al-Saadi in Bani Walid, 100 Kilometer südöstlich von Tripolis befinden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf «diplomatische libysche Quellen» berichtet. Sein Sohn Chamis sei mit höchster Wahrscheinlichkeit während des Rückzugs erschossen worden.
Belagerungsring um Sirte wird enger
Nach der Beruhigung der Lage in Tripolis haben die libyschen Rebellen und die NATO den Druck auf Sirte, die Geburtsstadt von Gaddafi, verstärkt.
Während sich die Übergangsregierung im Gespräch mit Stammesführern in Sirte um eine friedliche Übergabe der Stadt bemüht, kämpfen sich die Rebellen zu der strategisch bedeutenden Stadt vor, um sie notfalls anzugreifen.
Tripolis unter Kontrolle
Die 360 Kilometer westlich gelegene Hauptstadt Tripolis stand indes nahezu vollständig unter Kontrolle der Aufständischen. In der Nacht waren nur vereinzelt Explosionen und Schüsse zu hören. Auch in den Spitälern hat sich die Lage stabilisiert. Es gebe kaum noch neue Verletzte, welche behandelt werden müssten, hiess es von Seiten der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF).