iOS 6 kann neben dem iPhone 5, wo die Software vorinstalliert ist, auf dem iPhone 3G S, dem iPhone 4 und dem iPhone 4S installiert werden. Die neue Firmware steht darüber hinaus für das iPad 2 sowie für das iPad WiFi+Cellular und den iPod touch der vierten Generation zur Verfügung. Ältere Geräte, darunter auch das erst vor zweieinhalb Jahren auf dem Markt eingeführte iPad der ersten Generation, werden nicht unterstützt.
Update für alle Nutzer kostenlos
Das Update auf iOS6 ist für alle Besitzer eines Apple-Smartphones, -Tablets oder Multimedia-Players kostenlos. Die Installation kann entweder direkt über den WLAN-Internet-Zugang am iPhone, iPad bzw. iPod touch oder alternativ über die iTunes-Software am Windows-PC oder Mac vorgenommen werden.
Vor der Installation von iOS 6 sollte ein Backup des Betriebssystems angelegt werden. Je nach Konfiguration erfolgt dieses in der iCloud oder lokal am Computer während der Synchronisation mit iTunes. So bleiben alle Daten und Einstellungen erhalten. Nach dem Update steht der Handheld wieder so wie zuvor zur Verfügung - nur eben mit der neuen Firmware.
Apple: «Mehr als 200 neue Features bei iOS6»
Apple wirbt damit, dass iOS 6 mehr als 200 neue Features mit sich bringt. Dabei handelt es sich jedoch oft um Kleinigkeiten, die auf den ersten Blick nicht auffallen oder die man vernachlässigen kann. Einige spannende Neuheiten hält die neue Software dennoch bereit, wie auch unser Test mit der seinerzeit verfügbaren Beta-Version von iOS 6 gezeigt hat.
iOS 6 lief von der ersten Beta-Version an sehr stabil. Bis zur jetzt erfolgten Veröffentlichung hat Apple allerdings noch einige Features geändert, so dass es sich lohnt, erneut einen Blick auf das neue Betriebssystem für iPhone, iPad und iPod touch zu werfen.
Karten-App mit Gratis-Navi
Eine der wichtigsten Neuheiten ist die Karten-App von Apple, die Google Maps im iOS-Betriebssystem ablöst. Diese bietet auch eine kostenlose Navigations-Funktion für Autofahrer und Fussgänger. Allerdings handelt es sich um eine Offboard-Lösung. Das heisst, für die Navigation wird stets eine aktive Internet-Verbindung benötigt.
Die Karten-Anwendung informiert auch über eventuelle Verkehrsstörungen. Öffentliche Verkehrsmittel werden dagegen nicht direkt unterstützt. Stattdessen bietet Apple Links zu den Apps des jeweiligen Verkehrsverbunds an, sofern eine solche für den Bereich, in dem sich der Anwender aufhält, zur Verfügung steht.
YouTube: Separate App statt Integration ins Betriebssystem
Wie Google Maps gehört mit YouTube ein weiterer Google-Dienst nicht mehr zum iOS-Betriebssystem. Während sich Google Maps nur noch über den Safari-Browser nutzen lässt (wobei beim ersten Zugriff das Anlegen einer Web-App angeboten wird), gibt es für YouTube auch eine offizielle Anwendung, die sich kostenlos aus dem AppStore laden lässt.
Neue Features hat auch die Telefon-Schnittstelle des iPhone erhalten. So lassen sich Anrufe mit vordefinierten Nachrichten abweisen. Diese Mitteilungen werden per SMS oder iMessage zugestellt. Der iPhone-Besitzer kann sich zudem zu einem späteren Zeitpunkt erinnern lassen, den Anrufer zurückzurufen. Dies wird jeweils als Ereignis in der Aufgaben-App gespeichert.
«Nicht stören» schaltet alle Benachrichtigungen aus
Nicht nur für die Telefon-Schnittstelle, sondern für das gesamte Betriebssystem gedacht ist die Funktion «nicht stören». Hier kann der Nutzer von iPhone, iPad oder iPod touch manuell oder automatisch zu festgelegten Zeiten die Signalisierung für eingehende Anrufe, Nachrichten und andere Ereignisse deaktivieren.
Die Installation kann direkt über den WLAN-Internet-Zugang am iPhone, iPad bzw. iPod touch vorgenommen werden. /


Bereits zur Einführung des Apple-eigenen Videotelefonie-Dienstes FaceTime erklärte das Unternehmen, perspektivisch sei es vorgesehen, das Angebot neben dem Internet-Zugang über WLAN auch über das Mobilfunknetz anzubieten. Dieses Feature ist mit iOS 6 erstmals verfügbar. Nutzer mit kleinen Datenpaketen haben die Möglichkeit, FaceTime weiterhin auf die WLAN-Schnittstelle zu beschränken.
Virtuelle Tastatur mit deutschen Umlauten verfügbar
Eine interessante Neuerung speziell für deutschsprachige Nutzer ist die Tastatur mit separaten virtuellen Tasten für Umlaute. Diese war bereits im vergangenen Jahr in einer Beta-Version für iOS 5 enthalten, wurde in der finalen Variante des bislang aktuellen Betriebssystems für die Apple-Handhelds jedoch wieder entfernt.
Mit iOS 6 ist die Umlaute-Tastatur für deutsche Kunden voreingestellt. Es lässt sich jedoch auch die bisherige Tastatur weiter nutzen. Das ist für Nutzer sinnvoll, denen die virtuellen Tasten auf dem Touchscreen durch die zusätzlichen Schaltflächen zu klein werden. Zusätzliche Eingabehilfen wie sie zum Beispiel Swype oder Swiftkey für Android-Nutzer bieten, gibt es bei der iPhone-Tastatur aber auch unter iOS 6 nicht.
Neue Features für Safari
Der Safari-Browser bietet mit iOS 6 auch eine Offline-Leseliste. Offene Tabs lassen sich über iCloud mit anderen Geräten, die den gleichen Apple-Account verwenden, synchronisieren. Überarbeitet hat Apple auch das Aktions-Menü des zum Betriebssystem zählenden Browsers. Der Hersteller gestattet es den Nutzern allerdings weiterhin nicht, einen alternativen Browser wie Google Chrome oder Opera als Standard festzulegen.
Facebook bei iOS6 integriert
Nach Twitter hat Apple nun auch Facebook direkt in sein Smartphone-, Tablet- und Multimedia-Player-Betriebssystem integriert. Einmal angemeldet können alle Apps mit Facebook-Schnittstelle auf die Anmelde-Daten zugreifen, sofern der Nutzer dies gestattet. So lassen sich schneller Facebook-Posts absetzen.
Der Fotostream lässt sich auf Wunsch jetzt mit Freunden und Bekannten teilen, die wiederum die Möglichkeit haben, die Bilder zu kommentieren. Die E-Mail-Anwendung verfügt nun über ein VIP-Postfach, das eingehende elektronische Post wichtiger Kontakte separat anzeigt. Ferner ist es möglich, verschiedene Signaturen für unterschiedliche E-Mail-Adressen festzulegen.
Deutsche Siri kann jetzt mehr
Mit iOS 6 hat Apple auch den Funktionsumfang der Sprachassistentin Siri erweitert. Diese informiert auf Wunsch nun auch über Restaurants und Kinos in der Nähe. Ferner lassen sich über Siri nun auch Tweets auf Twitter oder Updates bei Facebook verschicken. Reservierungen kann Siri hierzulande weiterhin nicht vornehmen.
Eine weitere Neuerung nennt sich Passbook. Darüber sollen sich elektronische Eintrittskarten oder auch Reisetickets buchen lassen. Erste Fluggesellschaften haben angekündigt, Passbook ab Oktober zu unterstützen. Welche Angebote es für Nutzer in der Scheweiz konkret geben wird, ist derzeit jedoch noch unklar.
Apple erweitert Datenschutz-Einstellungen
Seit einigen Monaten sind Datenschutz-Einstellungen bei Smartphones ein wichtiges Thema. Apple zeigt bei iOS 6 an, welche Apps Zugriff auf Ortungsdienste, Kontakte, Kalender, Erinnerungenm Fotos und die Bluetooth-Schnittstelle haben. Darüber hinaus kann der Kunde selbst den Zugriff begrenzen.
Nicht zuletzt werden bei App-Updates aus dem AppStore nicht mehr die gesamten Anwendungen neu auf das iPhone, das iPad oder den iPod touch geladen, sondern nur noch die Programm-Bestandteile, die sich auch wirklich geändert haben. Das verkürzt die Download-Zeit und spart bei mobilen Datenverbindungen Übertragungsvolumen.