Er habe den Bundesrat über seinen sofortigen Rücktritt informiert, schreibt Béglé in einer persönlichen Erklärung.
Claude Béglé gibt auf. /


Ein Grund sei «die über weite Strecken polemisch geführte Diskussion» über seinen Arbeitsstil.
«Die unqualifizierten Angriffe gegen meine Person sowie die damit verbundene öffentliche Diffamierung veranlassen mich zu diesem Schritt.» Mit seinem Rücktritt - «einem für mich sehr drastischen Schritt, der mir ausserordentlich schwer fällt» - wolle er das Unternehmen Post und dessen Werte schützen und die Diskussion um die Zukunftsstrategie versachlichen.
Fehler eingestanden
«Ich bin mir bewusst, dass mir bei meinem Vorwärtsdrang Fehler unterlaufen sind», schreibt Béglé weiter. Er habe die Bereitschaft zur Veränderung in der Post mit ihrer ausgeprägten Kultur zu optimistisch eingeschätzt.
Er habe bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 2009 vom Bundesrat den Auftrag gehabt, die Post in eine neue Ära der Marktöffnung und Liberalisierung zu führen, die Strukturen zu modernisieren und den Staatsbetrieb in eine Zukunft mit nachhaltig gesicherter Ertragskraft zu führen.
«Beharrer mit Partikularinteressen»
«Dabei hatte ich von Beginn weg mit erbittertem Widerstand einer starken Fraktion von Beharrern mit Partikularinteressen zu kämpfen.»
Spätestens seit dem Rauswurf von Postchef Michel Kunz Ende 2009 und dem Rücktritt der beiden Verwaltungsräte Rudolf Hug und Wolfgang Werlé hatte die Kritik an Béglé und an Postminister Moritz Leuenberger zugenommen.
Leuenberger informierte
Leuenberger informierte Béglé über die Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe, die er eingesetzt hatte, wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) heisst.
Die Resultate seien «nicht wahnsinnig positiv» ausgefallen, sagte UVEK-Sprecher Harald Hammel auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Béglé habe danach den Schluss gezogen, dass sein Rücktritt das Beste für die Post sei.