Er sei in Tränen ausgebrochen, erklärte Liu Xia am Sonntag in einer Twitter-Botschaft. Die Gefängnisverwaltung habe Liu Xiaobo bereits am Samstag über seine Ehrung informiert.
Das Treffen in der 500 Kilometer von Peking entfernt gelegenen Stadt Jinzhou war von der Polizei arrangiert worden, wie das Hongkonger Informationszentrum für Demokratie und Menschenrechte unter Hinweis auf die Familie berichtete. In Jinzhou (Provinz Liaoning) sitzt Liu Xiaobo eine elfjährige Haftstrafe ab.
Sorgen über Liu Xia
Die Nachricht von dem Treffen war das erste Lebenszeichen der seit Samstag in Polizeibegleitung verschwundenen Liu Xia.
Liu Xiaobo wurde anscheinend über die Auszeichnung informiert. /


Da es seit Samstag keinen Kontakt mehr zu der 50-Jährigen und ihrem Bruder gegeben hatte, waren Sorgen über ihr Schicksal laut geworden.
Die Polizei hatte Liu Xia am Samstag zum Verlassen Pekings aufgefordert und ihr dafür das Treffen mit ihrem Mann in Aussicht gestellt.
Sie war aber besorgt, dass sie danach vielleicht nicht in die Hauptstadt zurückkehren dürfe und unter Hausarrest gestellt würde. Doch berichtete das Hongkonger Informationszentrum, dass Liu Xia am Montag in Peking zurück erwartet werde.
Harte Hand Pekings
Nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an den führenden Kopf der Demokratiebewegung ging die Polizei mit harter Hand gegen Freunde und Unterstützer vor. Dutzende wurden festgenommen, unter Hausarrest gestellt oder verschwanden.
Mindestens 20 Aktivisten wurden allein bei einer Feier am Freitagabend festgenommen. Unter ihnen waren die Dissidenten Wang Lihong, Zhao Changqing und Liu Jingsheng, der nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 acht Jahre in Haft gesessen hatte.
Weitere Festnahmen folgten am Wochenende. Die Mobiltelefone zahlreicher Dissidenten waren entweder abgeschaltet oder besetzt.