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Die Millionen auf der Ersatzbank

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Fussball «nur» ein Sport war, heutzutage steht hinter der beliebten Sportart ein riesiges Business.

bert / Quelle: pd / Dienstag, 12. Juli 2016 / 10:00 h

Allein die diesjährige EM hat der UEFA einen beträchtlichen Betrag eingebracht, erwartet wurden nach Ende des Finales knapp 830 Millionen Euro Gewinn. Dafür ist vor allem die gestiegene Zahl der Spiele im Turnier verantwortlich. Doch nicht nur die grossen Fussballturniere sorgen für volle Kassen, auch die Vereine selbst haben mitunter einzelne Spieler in ihren Reihen, die auf hohe Millionenbeträge kommen. Tatsächlich sind moderne Fussballclubs heutzutage grosse Unternehmen, einige von ihnen über eine Milliarde Dollar wert.

Teure Transfers

Dreht es sich um die Finanzgeschäfte namhafter Vereine, so geht es in erster Linie um teure Transfers und Spielereinkäufe. Als Transfer wird der Vereinswechsel eines Vertragssportlers bezeichnet, meist wird er gegen Geld aus dem noch laufenden Vertrag herausgelöst. In niederen Spielklassen ist auch der sogenannte freie Transfer verbreitet, bei dem der künftige Verein keine finanzielle Entschädigung zahlen muss. Wie hoch die Ablösesumme bei Topvereinen wie Real Madrid, FC Chelsea oder Bayern München ist, ergibt sich meist aus einem Spiegel mit den jeweiligen Spieler-Marktwerten - durch sie lässt sich abschätzen, wie viel ein Verein durch den Erlös erzielen könnte.

Als weltweiter Organisator aller Fussballverbände schreibt die FIFA vor, wie der Vereinswechsel eines Vertragsspielers aussieht. Dabei gilt:

  • Der Vereinswechsel eines Vertragsspielers darf nur innerhalb von zwei vom jeweiligen Verband festgelegten Transferperioden vollzogen werden.
  • Sie erstrecken sich in den meisten Mitgliedsstaaten der UEFA sowie darüber hinaus auf die Zeiträume vom 1. Juli bis 31. August sowie vom 1. bis 31. Januar.
  • Die Anmeldung beim neuen Verein kann vom ersten Tag der Übertrittzeit an erfolgen, wobei es letztlich der Freigabezusage durch den bisherigen Verein bedarf, die meist auch mit einer Ablösesumme verbunden ist.
  • Unter Umständen kann es auch zu einem ?Zwangserwerb? kommen, hierbei kann der neue Klub mit der Bezahlung eines vom Verband festgelegten Geldbetrages einen Akteur verpflichten.

Weiterhin besteht ausserdem die Möglichkeit von Leihverträgen. Bei dieser Variante gibt es eine exakt abgestimmte Höchstdauer, nach der ein Spieler wieder zu seinem vorherigen Verein zurückkehrt. Danach sind eine weitere Leihe an einen Verein oder ein regulärer Transfer möglich. Auch hier müssen sich Vereine an die gängigen Übertrittzeiten halten, ansonsten ist der Spieler nicht spielberechtigt. Die Verträge selbst können sowohl beim Transfer als auch bei der Leihe durchaus unterschiedlich ausfallen. Sie richten sich nach verschiedenen Variablen, zum Beispiel:

  • Was hat der aktuelle Verein mit dem Spieler vor?
  • Gibt es weitere Vereine, die an dem Spieler interessiert sind? Welche Bedingungen liegen vor?
  • Wie lange läuft der Vertrag noch?
  • Welche Meinung vertritt der Spieler? Grundsätzlich ist dieser zwar vertraglich an die Entscheidungen der Vereine gebunden, dennoch hat er ein Mitbestimmungsrecht und muss sich nicht jeder Entscheidung wortlos fügen.

Die teuersten Transfers für das beste Team?

Genutzt werden Spielertransfers vor allem deshalb, um einen Verein nachhaltig zu stärken oder ihn mit bestimmten Talenten auszustatten. Fehlt also etwa eine gute Offensive, so lässt sich diese theoretisch einkaufen, das gilt auch für jede andere Spielerposition. Inwiefern sich der Kauf letztendlich rentiert, kann im Vorfeld zwar nicht immer einwandfrei vorhergesagt werden, an dieser Stelle kommen aber beispielsweise speziell geschulte Talentscouts zum Einsatz. Ebenso hat meist auch der Trainer ein wachsames Auge auf vielversprechende Spieler, die im Budget liegen.

Einige Transfers der letzten Jahre und Jahrzehnte sind aufgrund der enormen Summen in die Geschichte eingegangen. Als teuerster Spieler aller Zeiten gilt Cristiano Ronaldo, der für 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid gewechselt ist. Dies wohl auch zurecht, betrachtet man die zahlreichen Erfolge des Portugiesen. Er ist mit 56 Toren der Rekordschütze der Portugiesen, dreimaliger Weltfussballer und gehört zu den absoluten Talenten des internationalen Fussballs.



Die Spieler werden laufend wertwoller. /

Auch bei der diesjährigen EM war er mit vielen anderen Superstars vertreten und konnte abermals überzeugen, wenngleich er im Finale gegen Frankreich aufgrund einer Knieverletzung vom Platz musste. Knapp dahinter folgt Gareth Bale, der 2013 ebenfalls zu Real Madrid wechselte - tatsächlich ist die genaue Ablösesumme hier jedoch nicht ganz klar, einige Quellen berichten von 100 Millionen Euro, andere von weniger als 91 Millionen Euro. Der FC Barcelona zog 2013 mit dem Einkauf von Neymar für 86,2-95 Millionen Euro nach. Er könnte bald schon zum teuersten Spieler aller Zeiten werden, zumindest wenn es nach den spanischen Medien geht. Sie berichten, dass die künftige Ablösesumme des Ausnahmespielers auf unglaubliche 220 Millionen Euro erhöht werden soll.

Nicht jeder Transfer rentiert sich und einige versagen auf ganzer Linie

Viele Stars gelten allerdings auch als hoffnungslos überteuert. So wechselte der britische Nachwuchs Raheem Sterling im vergangenen Jahr für umgerechnet 68 Millionen Euro zu Manchester City und hat damit sogar Premier League Rekorde gebrochen. Er galt als zukünftiger Star, vor allem deshalb, weil er als Offensivspieler mit hohem Tempo Gegnern entwischt und so Tore erzielt oder vorbereitet. Letztendlich gestaltet sich der teure Einkauf jedoch nicht als überwältigend, denn sowohl Abschuss als auch Assist-Quoten liegen eher im Durchschnitt. Damit ist Sterling jedoch nicht allein auf dem Transfermarkt, denn dieser hat zahlreiche weitere Transfermissverständnisse zu bieten:

  • Fernando Torres - die Ablösesumme für Torres betrug 58, 5 Millionen Euro und brachte ihn vom FC Liverpool zum FC Chelsea. Jedoch schien der Spanier unter der Last der Erwartungen nur noch auf Mittelklassestürmerniveau zusammenzusinken. Am Ende seiner Spielzeit in England wurde er sogar bei nahezu jedem Ballkontakt ausgelacht - und zwar von den eigenen Fans.
  • Klaas-Jan-Huntelaar - er wechselte für 27 Millionen von Ajax Amsterdam zu Real Madrid. Bei diesem Transfer handelt es sich um ein besonders skurriles Ereignis, denn Real hatte vergessen, dass er gar nicht für die Champions League nachgemeldet werden durfte. Der Einkauf des Niederländers war damit im Grunde überflüssig. Immerhin konnte er in 20 Spielen aber noch acht Tore erzielen, bevor er ein halbes Jahr später wieder aussortiert und an den AC Mailand weitergereicht wurde (für immerhin noch 15 Millionen Euro).
  • Mario Balotelli - 2014 wurde er für 20 Millionen vom AC Mailand verkauft, enttäuschte in Liverpool allerdings auf ganzer Linie. Tatsächlich erzielte der Italiener in 28 Spielen für die Reds sogar weniger Tore (vier) als gelbe Karten (sieben). Der Skandalspieler hatte bereits 2014 eine katastrophale WM in Brasilien gespielt, zur diesjährigen EM wurde er gar nicht erst gebeten, wenngleich er nach eigenen Aussagen sehr gern dabei gewesen wäre. Auch in Klopps aktuellen Planungen für Liverpool spielt Balotelli offenbar keine Rolle mehr.

Zweifellos gibt es auch etliche Transfers, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Derartige Flops sind jedoch zahlreich auf dem Transfermarkt vertreten und zeigen gleichermassen, wie viel Geld bei einigen Fussballklubs vorhanden ist. Dabei steht Real Madrid mit einem Umsatz von knapp 577 Millionen im Jahr ganz vorn, direkt danach folgt bereits der ewige Rivale FC Barcelona mit 561 Millionen Euro.

Platz
Club
Umsatz
 1
 Real Madrid
 577 Millionen Euro
 2
 FC Barcelona
 560,8 Millionen Euro
 3
 Manchester United
 519,5 Millionen Euro
 4
 Paris Saint Germain
 480,8 Millionen Euro
 5
 Bayern München
 474 Millionen Euro
 6
 Manchester City 
 463,5 Millionen Euro
 7
 FC Arsenal 
 435,5 Millionen Euro
 8
 FC Chelsea 
 420 Millionen Euro
 9
 FC Liverpool
 391,8 Millionen Euro
 10
 Juventus Turin
 323,9 Millionen Euro
Quelle: http://www2.deloitte.com/global/en/pages/consumer-business/articles/deloitte-football-money-league.html

Die Zahlen des Reports basieren auf verschiedenen Einnahmen. Sie setzen sich zusammen aus: Ticketverkäufen, Fernsehrechten, Sponsoring und Merchandising. Nicht berücksichtigt werden Einnahmen oder Ausgaben in Bezug auf Spielertransfers.

Die teuersten Teams der Welt - diese Vereine investieren am meisten

Wer die aktuellen Transfers im Auge behält, der wird kaum überrascht sein, dass Real Madrid das mit Abstand teuerste derzeitige Team auf die Beine gestellt hat. Der 32-fache spanische Meister und zehnfache Champions-League-Sieger hat in seinem Kader Spieler für insgesamt 714,80 Millionen Euro versammelt. Interessanterweise ist der Verein bereits hochverschuldet und kann es ohne Probleme mit den roten Zahlen einer ganzen Kleinstadt aufnehmen. Jedoch wird Real Madrid einerseits vom Königshaus unterstützt und findet andererseits immer wieder neue millionenschwere Mäzen, die es finanzieren. Dies gilt auch für einige andere grosse Vereine - so werden der AC Mailand beispielsweise durch Silvio Berlusconi, Real Madrid durch den millionenschweren Florentino Perez und der FC Chelsea durch den Milliardär Roman Abrahimovich unterstützt.

Hinter Real Madrid folgen diese hochpreisigen Teams:

Team
Wert
FC Barcelona
689,50 Millionen Euro
FC Bayern München
617,68 Millionen Euro
FC Chelsea
542,50 Millionen Euro
Manchester City
514,50 Millionen Euro
Paris Saint-Germain
408,55 Millionen Euro
FC Arsenal
402 Millionen Euro
Manchester United
393,25 Millionen Euro
Juventus Turin
377,78 Millionen Euro
FC Liverpool
356 Millionen Euro
Athletico Madrid
338 Millionen Euro
Borussia Dortmund
317 Millionen Euro
Quelle: http://fanfeed.de/fussball/32752/das-11-wertvollsten-fussballteams-der-welt/

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