Das Solar-Flugzeug soll Piccard 2012 einmal ganz um die Erde bringen - nur mit Hilfe von Sonnenenergie und somit vollkommen CO2-neutral. Mit dieser Reise wolle er zeigen, wie aufregend es sein könne, eine neue Zukunft zu erfinden, sagte Piccard im Hangar des Flugplatzes Dübendorf.
«Wenn ein Flugzeug Tag und Nacht nur mit Solarenergie und ohne Treibstoff fliegen kann, kann niemand mehr behaupten, dass solche Lösungen nicht auch für Autos, Heizungen, Klimaanlagen oder Computer möglich sind.» Die technischen Möglichkeiten, die Umwelt zu retten, würden bereits existieren, sagte Piccard weiter. «Hier steht der Beweis.»
12'000 Silizium-Zellen
Die «Solar Impulse HB-SIA» hat eine stattliche Spannweite von 63,4 Metern, wiegt aber dank Karbonfaser-Gerüst lediglich 1600 Kilogramm, also etwa so viel wie ein mittelgrosses Auto. Auf der Oberfläche der Flügel sind 12'000 Silizium-Zellen eingelassen, die genügend Energie produzieren, um «Solar Impulse» eine ganze Nacht lang in der Luft zu halten.
So gross wie ein Airbus, leicht wie ein Auto und kommt ohne fossile Brennstoffe aus: Solar Impulse. /


Die Weltumrundung mit dem Solarflugzeug ist aber nicht nur eine technologische Herausforderung mit ökologischer Symbolkraft. Sie ist auch ein grosses Abenteuer für die beiden Piloten, den Waadtländer Abenteurer Piccard und den Lausanner Ingenieur André Borschberg.
Ablösung nach fünf Tagen
Weil im Cockpit nur für eine Person Platz ist, werden sich die beiden jeweils nach fünf Tagen pausenlosen Fliegens ablösen. Die gesamte Weltumrundung soll so in 25 Tagen vollbracht sein. Auf jedem Kontinent ist ein Zwischenstopp eingeplant, um den Piloten auszuwechseln und den örtlichen Behörden und Universitäten die Technologie vorzustellen.
Von den beiden Piloten verlangt der Flug einiges an Willenskraft: Schlafen dürfen sie nicht, weil das Solarflugzeug aus Gewichtsgründen keinen Auto-Piloten an Bord hat. Piccard wird sich mit Selbsthypnose erholen, sein Partner setzt derweil auf Meditation.