Der SVP-Vizepräsident erklärte gegenüber der Zeitung «Sonntag», dass ABB darüber nachdenken solle, das Lösegeld zu zahlen. «Man darf grundsätzlich nie Lösegeld zahlen», aber in früheren Fällen, bei denen Geiseln freigekommen sind, «hat dann irgendein anderer trotzdem gezahlt», erklärte der frühere Justizminister.
Und er ergänzt: «ABB könnte vielleicht etwas machen, es sind ja ihre Leute. Sie müsste etwas machen.» Eine der beiden Geiseln, Max Göldi, ist Länderverantwortlicher für ABB in Libyen.
ABB will humanitäre Lösung
Blochers Aussage, die er bereits in einer früheren Teleblocher-Sendung äusserte, könnte sich bewahrheiten, denn am Freitag wurde durch die Westschweizer Zeitung «La Liberté» bekannt, dass Libyen 25 Millionen Franken für jede Geisel verlange. Das Aussendepartement EDA hat dazu bisher keine Stellung genommen.



Christoph Blocher: ABB soll etwas unternehmen. (Archivbild) /


«ABB ist sehr besorgt über das Verschwinden ihres Länderchefs in Libyen, Max Göldi. Wir sind sehr beunruhigt, weil wir seit fünf Wochen nichts mehr von ihm gehört und kein Lebenszeichen erhalten haben. Sein Aufenthaltsort ist seit der Festnahme am 18. September 2009 unbekannt», so Konzernchef Joe Hogan auf der Webseite von ABB.
«ABB bittet die libysche und die Schweizer Regierung dringend, weiterhin alles zu unternehmen, um angesichts dieser sehr besorgniserregenden Situation eine humanitäre Lösung zu erreichen», so Hogan weiter. Ob damit eine Lösegeldzahlung gemeint ist, ist unklar, aber nicht unwahrscheinlich.