Staatspräsident Sebastián Piñera umarmte Urzúa bei seiner Ankunft. «Ich bin stolz, Chilene zu sein», sagte der Kumpel. Bei seiner Ankunft stiegen über dem «Camp Hoffnung», das die Angehörigen nahe des Bergungsschachts errichtet hatten, 33 Luftballons in den Nationalfarben Rot, Weiss und Blau in den Himmel.
Urzúa habe seine Aufgabe mit Bravour erfüllt, in dem er sich als letzter habe bergen lassen, sagte Präsident Piñera. «Ich gratuliere Ihnen, Sie sind ein guter Kapitän.» Die beiden Männer stimmten daraufhin gemeinsam mit Rettungskräften die Nationalhymne an.
Schneller als geplant
Die letzte Phase der Rettungsaktion dauerte lediglich 22 Stunden und 36 Minuten. Statt der veranschlagten Stunde hatte es im Schnitt nur 40 Minuten gedauert, die Kapsel zu prüfen, hinabzulassen und einen Kumpel nach oben zu ziehen.
Urzúa Iribarren war der Chef der Kumpel unter Tage gewesen und hatte deswegen allen anderen den Vortritt gelassen. Er war unter anderem verantwortlich für den sorgsamen Umgang mit den Vorräten.
Nach Abschluss der Bergungsarbeiten verblieben noch sechs Rettungshelfer in der Mine, die dann ebenfalls einer für einer mit der Kapsel «Fenix 2» aus über 620 Metern Tiefe zurück an die Oberfläche gebracht wurden.
Die verschütteten Kumpel konnten ihren Liebsten wieder in die Arme fallen. /

Frauen und Kinder
Unter lautem Jubel hatten die 33 befreiten Bergleute ihre Frauen, Kinder und andere Familienmitglieder in die Arme geschlossen. 69 Tage hatten sie zwischen Angst und Hoffnung in der Tiefe verbracht. Nie zuvor mussten Bergleute so lange unter Tage ausharren.
Die Männer schrien, weinten und umarmten glückstrunken die Helfer am Schacht. Rund um den Globus verfolgten nach Schätzung chilenischer Medien mehr als eine Milliarde Menschen den glücklichen Ausgang des Dramas.
Dank des Präsidenten
Chiles Präsident Piñera dankte nach Bergung aller 33 Kumpel in einer Rede den Bergarbeitern und ihren Rettern für den erfolgreichen Ausgang der spektakulären Aktion.
«Chile ist heute nicht mehr das gleiche Land wie vor 69 Tagen», sagte der Staatschef am Mittwochabend Ortszeit. Chile sei heute geeinter und stärker und werde in Welt mehr respektiert und geschätzt.
Die Bergleute hätten ein leuchtendes Beispiel von Mut, Loyalität und Kameradschaft gezeigt. Piñera sage aus ganzem Herzen: «Viva Chile!» («Es lebe Chile»). Diese Nacht werde immer im Herzen der Chilenen bleiben.