Benedikt XVI. feierte zum Abschluss des sechstägigen katholischen Glaubensfests ein Messe vor den Toren der spanischen Hauptstadt mit rund eineinhalb Millionen junger Katholiken. Er forderte auf dem Gelände des Flughafens Cuatro Vientos die jungen Menschen aus fast 200 Ländern auf, ihren Glauben zu festigen und zu verbreiten.
Dabei mahnte das 84-jährige Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche eindringlich, man dürfe Jesus nicht «auf seine eigene Weise» folgen, sondern müsse dies gemeinsam mit der Kirche tun.
Wer der Versuchung nachgebe, den Glauben nach der vorherrschenden individualistischen Auffassung zu leben, laufe Gefahr, «Jesus Christus niemals zu begegnen oder letztlich einem Zerrbild von ihm zu folgen», warnte der Pontifex.
Hoher Besuch
Auch das spanische Königspaar Juan Carlos und Sofía nahm zum Abschluss des sechstägigen Glaubensfestes an dem Gottesdienst teil. Die Veranstalter gaben offiziell für die Messe keine Besucherzahl bekannt. Mitarbeiter sprachen aber sogar von zwei Millionen.
Benedikt XVI. kündigte zum Schluss an, dass der nächste katholische Weltjugendtag bereits in zwei Jahren in Rio de Janeiro organisiert werden soll. Vor allem wegen der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hatte der Vatikan entschieden, den Weltjugendtag um ein Jahr vorzuziehen.
Sieben Verletzte
Auf dem Gelände des Madrider Flughafens Cuatro Vientos waren am Samstag während einer Gebetswache sieben Menschen bei einem Unwetter verletzt worden.
Papst Benedikt XVI. /


Ein Sturm riss mehrere Zelte und einen Lichtmast um.
Der Papst verzichtete wegen des Unwetters auf seine Ansprache. Hunderttausende Gläubige campierten die Nacht auf dem Gelände. Am Sonntag schien dann wieder die Sonne. Um den Papst vor der Hitze zu schützen, stand während der Messe am Sonntag ein Klimagerät auf dem Alter. Am Vortag mussten hunderte Menschen medizinisch versorgt werden. Zeitweise wurden Temperaturen von 40 Grad gemessen.
Proteste
Der Weltjugendtag in Spanien war wiederholt von Protesten überschattet worden. Die Demonstrationen richteten sich nicht nur gegen die konservativen Ansichten des Papstes, sondern auch gegen die nach Ansicht der Kritiker unangemessen hohen Kosten der Grossveranstaltung.
Spanien kämpft derzeit mit einer Wirtschaftskrise und hoher Jugendarbeitslosigkeit. Die Kirche beharrte darauf, dass die Kosten vollständig von den Pilgern und privaten Spendern gedeckt würden. Die Kritiker verwiesen darauf, dies dies die Kosten für Sicherheit nicht einschliesse.