Gemäss der jüngsten SRG-Hochrechnung erreicht die SVP noch einen Wähleranteil von 25,3 Prozent, 3,6 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Die Volkspartei verliert 8 Sitze und kommt noch auf 54 Mandate.
Vier Sitze hatte sie allerdings bereits 2007 an die BDP verloren, als sich diese von ihr abspaltete. Einen hatte sie im Gegenzug durch einen Überläufer aus den Reihen der CVP hinzugewonnen. Gegenüber dem Ende der Legislatur verlor die SVP damit fünf Sitze.
Trotz der Verluste bleibt die SVP die stärkste Partei im Nationalrat. An zweiter Stelle folgt die SP, die gemäss SRG-Hochrechnung um zwei Sitze auf 45 Mandate zulegen kann. Der Wähleranteil der SP ging allerdings um 1,9 Prozentpunkte auf 17,6 Prozent zurück.
12 Sitze für die Grünliberalen
Die Grünliberalen gewinnen 9 Sitze und kommen neu auf 12 Sitze. Ihren Wähleranteil konnten sie auf 5,2 Prozent steigern. Die BDP kommt neu auf 9 Sitze, bei einem Wähleranteil von ebenfalls 5,2 Prozent. Ende der Legislatur hatte sie fünf Mandate.
Sitzgewinne für die neuen Parteien im Nationalrat. /


Die Gewinne der Grünliberalen und der BDP sind beachtlich: Abgesehen von der SVP, die 1999 15 Sitze ergattert hatte, findet sich seit Einführung des Proporzwahlrechts 1919 keine Partei, die so viele Sitze auf einmal gewinnen konnte.
Die FDP kommt gemäss der Hochrechnung neu auf 30 Sitze, 5 weniger als bisher. Ihr Wähleranteil sinkt von 17,7 auf 14,7 Prozent. Auch die CVP muss Federn lassen. Sie kommt noch auf 28 Sitze, 3 weniger als bisher. Ihr Wähleranteil sinkt auf 13 Prozent.
Grüne brechen ein
Herbe Verluste mussten die Grünen trotz anfänglich vermuteter positiver Effekte der Atomkatastrophe in Japan einstecken. Ihr Wähleranteil sank von 9,6 auf 8 Prozent, was sich im Verlust von fünf Sitzen niederschlägt.
Die Grüne Deputation im Nationalrat umfasst damit voraussichtlich noch 15 Sitze. Unter den abgewählten Grünen sind Marlies Bänziger (ZH), Katharina Prelicz (ZH), Brigit Wyss (SO), Anita Lachenmeier (BS) und der grün-Alternative Jo Lang (ZG).
Bürgerliches Lager gestärkt
Durch die Verluste der Grünen ist das linksgrüne Lager insgesamt schlechter weggekommen als die Bürgerlichen. Die bürgerlichen Bundesratsparteien gehen zwar auch geschwächt in die neue Legislatur. Rechnet man die Grünliberalen zu diesem Lager, resultiert netto aber eine Stärkung der bürgerlichen Ratsmehrheit.