Leichtigkeit, Langlebigkeit und die harmonische Verbindung von Technik und Natur prägen die kommende Gartensaison. Wohnen.ch zeigt, wie Hersteller und Designer auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und welche Lösungen sie für die Herausforderungen unserer Zeit finden.
Der Garten als Spiegel gesellschaftlicher Werte
Die Trends zeigen deutlich:
Gartenmöbel im Jahr 2025 sind nicht länger reine Gebrauchsgegenstände. Sie reagieren auf Klimawandel, Ressourcenknappheit und den Wunsch nach Entschleunigung. Dabei gelingt der Balanceakt zwischen Innovation und Natürlichkeit. Wer 2025 neue Möbel plant, trifft keine rein ästhetische Entscheidung, sondern positioniert sich zu Themen wie Kreislaufwirtschaft und technischer Souveränität.
1. Nachhaltigkeit wird zum Standard
Der Wunsch nach umweltfreundlichen Produkten durchdringt alle Bereiche des Lebens - auch die Gartenmöbelbranche. 2025 setzen immer mehr Hersteller auf Materialien, die bereits existieren: recycelte Kunststoffe, FSC-zertifiziertes Holz oder Reststoffe aus der Landwirtschaft wie Hanffasern oder recycelte Weinkorken. Innovativ ist dabei der Ansatz, Abfallströme zu schliessen. So experimentieren Start-ups mit Möbeln aus Algen-Biokompositen oder Myzelium, einem Pilzgeflecht, das zu stabilen Formen gezüchtet wird.
Doch Nachhaltigkeit endet nicht beim Material. Die Produktion wird energieeffizienter, und Transportwege verkürzen sich durch lokale Fertigung. Reparaturfreundliche Konstruktionen, etwa modulare Sofas mit austauschbaren Polstern, verlängern die Lebensdauer. Branchenbeobachter betonen, dass Transparenz über Herkunft und Recyclingfähigkeit der Produkte für viele Kunden heute keine Option mehr sei, sondern eine Grundvoraussetzung.
2. Multifunktionalität für begrenzte Räume
Urbanisierung und kleinere Gärten erfordern clevere Lösungen. Der Trend geht hin zu Möbeln, die mehrere Zwecke erfüllen können und sich flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lassen. So werden beispielsweise Bänke mit integriertem Stauraum, Feuerstellen, die gleichzeitig als Grill dienen können, oder modulare Sofas, die sich vielseitig einsetzen lassen, immer beliebter. Die Nachfrage nach solchen cleveren Lösungen, die Platz sparen und gleichzeitig mehrere Funktionen erfüllen, steigt stetig. Klappbare Tische, stapelbare Hocker oder Bänke mit integriertem Stauraum sind längst keine Nischenprodukte mehr: 2025 rücken Systeme in den Fokus, die sich an unterschiedliche Nutzungen anpassen.
Ein weiterer prägender Trend für die Gartensaison 2025 ist die Verschmelzung von Innen- und Aussenbereich. Der Garten, die Terrasse oder der Balkon werden immer mehr als vollwertige Erweiterung des Wohnraums betrachtet, wobei Komfort und Stil die gleiche Bedeutung haben wie bei der Einrichtung des Interieurs. Die aktuellen Gartenmöbel ähneln in puncto Komfort, Aussehen und Qualität immer stärker den Einrichtungsstücken, die wir aus unseren Wohnungen kennen.
Besonders gefragt sind Möbel, die Indoor- und Outdoor-Bereiche verbinden. Leichte, witterungsbeständige Sessel aus geflochtenen Kunstfasern können problemlos vom Wohnzimmer auf den Balkon wandern. Flexibilität gilt dabei als zentrales Gestaltungskriterium, da die Grenzen zwischen Innen- und Aussenbereichen zunehmend verschwimmen.
3. Mehr als nur Möbel: Outdoor-Küchen und smarte Technologien halten Einzug
Smarte Funktionen halten dezent Einzug in den Garten. Solarbetriebene LED-Leuchten in Tischplatten oder Regalen sorgen für atmosphärisches Licht, ohne Kabel zu benötigen. Sensoren in Bewässerungssystemen melden via App, wann Pflanzen Wasser brauchen. Doch im Gegensatz zu früheren Jahren steht nicht die Technik selbst im Vordergrund, sondern ihr Beitrag zur Entspannung: Feuchtigkeitsresistente Speaker, die Musik unauffällig in den Garten übertragen, schaffen ein harmonisches Ambiente.
Der Trend geht im Jahr 2025 weit über die reine Möblierung des Aussenbereichs hinaus. Immer beliebter werden voll ausgestattete Outdoor-
Küchen, die den Garten in einen zweiten kulinarischen Mittelpunkt verwandeln. Diese Aussenküchen sind oft mit hochwertigen Geräten wie Grills, Kochfeldern, Spülen und sogar Kühlschränken ausgestattet und ermöglichen so ein vollwertiges Kocherlebnis unter freiem Himmel.
Ein besonderes Comeback feiern in der Saison 2025 runde Tische. /


Auch smarte Technologien halten zunehmend Einzug in den Garten. Von intelligenter Beleuchtung, die sich per Smartphone steuern lässt, bis hin zu Heizsystemen und Soundsystemen - die Integration von Technologie erhöht den Komfort und die Funktionalität des Aussenbereichs.
4. Biophilie: Die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen
Die Gestaltung orientiert sich zunehmend an organischen Formen. Möbel mit geschwungenen Linien, Steinoptiken oder Tische aus naturbelassenem Holz mit sichtbaren Astlöchern betonen die Verbindung zur Umwelt. Begrünte Elemente wie Moos-Polster oder Tischbeete, in denen Kräuter wachsen, integrieren Flora direkt in die Möbel. Experten sehen darin eine Reaktion auf den digitalen Alltag: Ein Gartenstuhl soll nicht nur bequem sein, sondern auch das Gefühl von Erdverbundenheit vermitteln.
5. Farben und Texturen: Zurück zur Einfachheit
Auch in der Farbgestaltung der Gartenmöbel für 2025 zeichnen sich klare Trends ab: Erdige Töne dominieren 2025. Erdtöne, Beige,
Braun und die Pantone-Farbe des Jahres 2025, «Mocha Mousse», stehen dabei hoch im Kurs. Diese Farben vermitteln ein Gefühl von Natürlichkeit, Ruhe und Behaglichkeit und lassen sich gut in verschiedene Gartenstile integrieren. Oft werden diese neutralen Basisfarben durch sanfte Grüntöne ergänzt, um die Verbindung zur Natur weiter zu stärken.
Doch neben den warmen und natürlichen Tönen zeichnet sich auch ein Trend zu mutigeren Farbakzenten ab. Kräftige Farben wie Terrakotta, Ozeanblau und Senfgelb setzen lebendige Akzente und verleihen dem Aussenbereich eine persönliche Note. Auch Juwelentöne und geometrische Muster in bunten Farben werden gerne eingesetzt. Der Trend «Colour Shake» ermutigt sogar zu unkonventionellen Farbkombinationen und dem Mix verschiedener Gartenmöbelserien und Stile. Dabei ist es wichtig, die Farben gekonnt zu kombinieren, um ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen. Oft werden neutrale Möbel mit farbigen Accessoires wie Kissen oder Teppichen kombiniert, um einen spannenden Kontrast zu erzeugen.
6. Formensprache im Wandel: Organische Linien und geometrische Klarheit
In der Formensprache der Gartenmöbel für 2025 lassen sich zwei Hauptrichtungen erkennen: zum einen der Trend zu weichen, organischen und geschwungenen Formen, zum anderen die Vorliebe für klare, puristische und geometrische Designs. Organische Formen mit abgerundeten Ecken und fliessenden Linien vermitteln ein Gefühl von Natürlichkeit, Komfort und Entspannung. Dieser Trend spiegelt oft die Vorliebe für natürliche Materialien wider und schafft eine harmonische Verbindung zur Umgebung.
Gleichzeitig bleiben aber auch Möbel mit klaren Linien, minimalistischen Designs und geometrischen Formen gefragt. Oft werden hier Materialien wie Aluminium und Stahl eingesetzt, die den puristischen Look unterstreichen. Interessanterweise werden diese beiden Stilrichtungen oft miteinander kombiniert. So können beispielsweise klare Linien durch weiche Details wie abgerundete Ecken aufgelockert werden, oder organische Formen werden durch geometrische Elemente ergänzt. Ein besonderes Comeback feiern in der Saison 2025 runde Tische. Ihre harmonische Form fördert die Kommunikation und schafft eine einladende Atmosphäre für gesellige Runden im Freien.
7. Robustheit für mehr Gelassenheit
Langlebigkeit ist ein zentrales Verkaufsargument. Möbel aus pulverbeschichtetem Aluminium, Akazienholz oder mit UV-beständigen Bezügen reduzieren Pflegeaufwand. Der Trend geht eindeutig zu langlebigen Investitionen - viele Kunden bevorzugen Qualität, die Jahrzehnte hält, statt jährliche Neukäufe. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach wetterfesten Accessoires: wasserabweisende Kissen oder leichte Decken aus recyceltem Polyester machen spontane Abende im Freien möglich, unabhängig von Wetterkapriolen.
Es bleibt abzuwarten, wie Hersteller diese Impulse weiterentwickeln. Eines ist jedoch sicher: Der Garten bleibt ein Raum der Hoffnung - ein Ort, an dem sich Gestaltungswille und Umweltbewusstsein treffen.