Dienstag, 28. März 2017
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Botschaft in Berlin feiert Gotthard-Tunnel mit Riesen-Schriftzug

Gegner der Stiefkindadoption für Homosexuelle drohen mit Referendum

Ja zu Subventionen für Wasserkraftwerke bei tiefen Strompreisen

Alles ist bereit für die Eröffnung des Gotthard-Tunnels

Wirtschaft

Gipfeltreffen für Digital Marketing und E-Business

Neue Märkte, neue Chancen

Ein Bildungsunternehmen setzt auf Plattformen

Digitale Hebel für mehr Produktivität

Ausland

Hunderte demonstrieren in Istanbul zum Gezi-Jahrestag

Islamischer Staat setzt Offensive im Norden Syriens fort

Deutschland und Grossbritannien erinnern an Skagerrak-Schlacht

Jens Stoltenberg gegen neuen Kalten Krieg

Sport

Petkovic: Positive Bilanz nach 1'000 Tagen

Wil startet Crowdfunding-Aktion

Roland Vrabec ist neuer Vaduz-Trainer

Schweinsteiger wechselt zu Chicago Fire

Kultur

Das neue Zuhause der Fussballgeschichte

Schweizer Geschichte und Kultur erleben

Wetter. Sonne, Blitz und Wolkenbruch

Bündner Kunstmuseum Chur

Kommunikation

Erfolg durch Personalisierung und Timing

Telefonmuseum Telephonica - Geschichte zum Anfassen

Bild- und Videosuche per Handskizze

Uni zieht Apple vor Gericht

Boulevard

Immer mehr Singles in der Schweiz - Beziehungstipps im Überblick

Das faszinierende Unterwasser-Abenteuer im SEA LIFE Konstanz

Sind Last Minute-Angebote das, was sie versprechen?

Faszination Muskeln, Sehnen, Faszien - wer rastet der rostet

Wissen

Fauna, Flora & Fun erleben

Inselspital eröffnet zentrale Biobank

Rückkehrende Touristen sollen Kondome benutzen

Frühchen: Schwache Knochen im Erwachsenenalter

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2017 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Die faschistische Internationale auf dem Vormarsch

Patrik Etschmayer / Dienstag, 8. Dezember 2015

Irgendwie ist dem Autor (und auch allen anderen) bei den islamistischen Anschlägen von Paris völlig entgangen, dass diese perfekt im Vorfeld der französischen Regionalwahlen lagen. Zufall? Kaum. Denn Faschisten profitieren davon, wenn andere Faschisten auch gewinnen - selbst wenn sie sich gegenseitig hassen. Es darf sich niemand etwas vor machen. Islamisten sind eine echte, tödliche Gefahr, waren es schon seit Jahren. Die Anschläge von 2001 waren der Startschuss im westlichen Bewusstsein dieses Irrsinns, der sich seither perfekt bei denen vermarktet, die entweder Verlierer sind, oder sich als solche fühlen. Alle faschistischen Ideologien basieren auf einer klaren Definition der Zu- und Nicht-Zugehörigkeit und Islamismus ist eine faschistische Ideologie. Sie kommt einfach in einem religiösen Mäntelchen daher.

Ein ähnliches Mäntelchen hatten sich ja schon die Nazis geschneidert, aus Versatzstücken von nordischer und christlicher Mythologie, pseudowissenschaftlichen Theorien und ein wenig des damals populären Sozialdarwinismus. Das ganze sieht im Rückblick ziemlich lächerlich aus, aber immerhin reichte es für einen Weltkrieg, mehrere Genozide, diverse Parteitage in Nürnberg und, auch heute noch, für dumpfbackige Neo-Nazis. Selbst die links-faschistischen Stalinisten verpackten ihren Mordwahn in pseudoreligiöse Gefässe und stilisierten Marx und Engels zu den Anti-Göttern der Neuzeit herauf, mit Stalin als ihrem Propheten. Seine Zeit als Priesterschüler war für Herrn Dschugaschwili definitiv keine Verschwendung.

Doch gegenüber diesen Mordbuben haben die Islamisten der DAESH einen entscheidenden Vorteil: Sie können sich auf Jahrhunderte alten Irrsinn berufen, denn «heilige Bücher» haben den zweifelhaften Vorteil, alleinig durch ihre langzeitige Präsenz als wertvoller und wahrer zu gelten als neuer Stuss. Dabei haben sich diese Machwerke vor allem darin bewährt, jenen, die in ihrem Namen Macht anstreben, als Rechtfertigung für brutale Machtergreifung und noch brutalere Machterhaltung zu dienen. Sie sind jeweils der Zweck, der alle Mittel rechtfertigt, wie barbarisch diese auch sein mögen.

Faschistische Ideologien bieten all jenen, die sich benachteiligt fühlen (nochmals: es geht hier ums fühlen, nicht ums sein), eine geistig-pseudospirituelle oder ethnisch-blutundbodenaromatisierte Heimat, die mit einem eingebauten Überlegenheitsgefühl einher geht und einer Rechtfertigung zur totalen Konfrontation im Dienste eines höheren «Guten» daher kommt.

Dabei ist es vor allem wichtig, einen klaren Feind zu haben. Dies gilt sowohl für National- als auch für Religionsfaschisten. Denn die Nahrung dieser Gruppen ist Angst und Hass. Sind die Fronten erst einmal klar, nähren sie sich gegenseitig und in Zeiten der Angst werden Differenzierungen, welche von deren Vertretern gehasst und als Schwäche verdammt werden, von immer mehr Menschen zur Seite gewischt.

Die Morde von Paris fanden weniger als einen Monat vor den französischen Regionalwahlen statt. Zufall? Oder sind die Planer von DAESH, welche die Klaviatur der Online-Propaganda perfekt zu spielen vermögen, clever genug gewesen zu erkennen, dass solche Anschläge, zeitlich optimiert gesetzt, über den unmittelbaren Schrecken hinaus auch noch langfristiges politisches Kapital abwerfen könnten? Kapital in Form von radikalisierten Institutionen und Volksvertretern, welche die Polarisation, die Konfrontation voran treiben würden, die beide Seiten für mehr Nachwuchs so sehr brauchen?

Vorbilder dafür gibt es genug. So ist es zum Beispiel völlig klar, dass in Israel die Palästinenser-Organisationen vor Parlamentswahlen vermehrt Anschläge und Raketenangriffe verüben. Die perfekte Wahlhilfe für israelische Hardliner. Und nun bekam in Frankreich Marine LePen's Front National den entscheidenden Schub durch die DAESH-Terroristen.

Es soll sich niemand etwas vormachen: Faschisten brauchen Feindbilder; besser noch: Echte Feinde. Und auch wenn diese sich spinne Feind sind, so profitieren sie voneinander. Egal wie sie heissen: Baghdadi, LePen, Bin Laden oder Trump, Wirathu, Hitler oder Franco, sie brauchten und brauchen Angst und Polarisierung, um noch stärker zu werden.

Und wie gut dies funktioniert, zeigt der Vormarsch der faschistischen internationalen, vereint in Hass und Unversöhnlichkeit.


 Kommentare 
Ihre Meinung interessiert uns. Machen Sie mit und diskutieren Sie aktiv mit anderen nachrichten.ch Lesern.
» Ihr Kommentar


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Gute alte Zeit? Warum die Türe zu bleiben muss!


Peter Achten / Peking
Modell für die ganze Welt?


Regula Stämpfli
Es ändert sich nichts


Patrik Etschmayer
GA-CH: Das Halb-Millionen-Franken Schnäppchen


Peter Achten / Peking
Die Grosse Unordnung


Regula Stämpfli
Markt für Flüchtlinge


Patrik Etschmayer
ROSS for Bundesrat?


Peter Achten
«Verantwortungsvoller Atomstaat»


Regula Stämpfli
Armeechefs ohne Demokratie


Patrik Etschmayer
Tipps zum sicheren Abheben


Peter Achten / Peking
Das Jianbing-Staatsgeheimnis


Regula Stämpfli
Abschied von der Konkordanzschweiz


Peter Achten / Peking
Golf mit proletarischem Schwung


Patrik Etschmayer
Die wahren Verfolgten


Regula Stämpfli
Konzernrecht bricht Verfassungsrecht


Patrik Etschmayer
Initiative für die bedingungslose Briefkastenfirma


Peter Achten / Hanoi
Pho von Frau Lam


Regula Stämpfli
Sozialsystem oder Bedingungslosigkeit


Patrik Etschmayer
Drápas für Diktatoren


Peter Achten / Peking
Krasser SwissTaste


Regula Stämpfli
Maurer-Papers: Volksvertreter? Bankensprecher!


Patrik Etschmayer
Regierung oder Waschmaschine?


Peter Achten / Peking
«Das sind keine Träume»


Regula Stämpfli
Bürokratische Monster


Patrik Etschmayer
Tun als ob ... oder einfach tun, ganz ohne 'ob'


Peter Achten / Peking
Eisenbahn der Superlative


Regula Stämpfli
Kontrollieren mich die Tatsachen?*


Patrik Etschmayer
Erdowie, Erdowo, Erdowan!


Peter Achten / Peking
«Rücksichtslos die Axt anlegen»


Regula Stämpfli
Kampf der Kulturen? Welche Kultur denn?


Patrik Etschmayer
Kurssprung der Angst-Aktien


Peter Achten / Peking
Kleines Geschäftchen in der Grossen Halle


Regula Stämpfli
Lobbys machen Lobbykritik


Patrik Etschmayer
Alternative für Drumpf!


Peter Achten / Peking
Realpolitik pur


Regula Stämpfli
Ideologischer Mehltau


Patrik Etschmayer
Gebrauchtwagenhändler als Präsident!


Peter Achten, Bejing
Probleme im Tiefwasser


Regula Stämpfli
Geldsorgen gefährden Ihre Gesundheit


Patrik Etschmayer
SVP lanciert Ende Jahr EAI (Eliten-Ausschaffungs-Initiative)


Peter Achten / Peking
«Wir sind absolut loyal!»



Saudi-Arabien: Franken hui -Flüchtlinge pfui


Patrik Etschmayer
Und alle zusammen: ChuchiCHexit!


Peter Achten / Peking
«Sehnsucht nach Fussball»


Regula Stämpfli
Frauenkörper und Politik


Patrik Etschmayer
Die 500-Euro Frage


Peter Achten
Neunerprobe für die «Lady»


Regula Stämpfli
Rassismus für Glaubwürdige


Patrik Etschmayer
Hassen in der Blase


Peter Achten / Peking
Affen-Kälte - Affen-Hitze


Regula Stämpfli
Schiessbefehl gegen Journalisten


Patrik Etschmayer
Die Quartals-Realität


Peter Achten
Politisch korrekt und stabil


Regula Stämpfli
Demokratie geht immer


Patrik Etschmayer
Reppy for President?


Peter Achten / Peking
«Sichere» Zigaretten?


Regula Stämpfli
Der Politologe schützt das Volk


Patrik Etschmayer
«Keine Präsenz ohne Honorar»


Peter Achten / Peking
Status Quo mit Distanz


Regula Stämpfli
Im Bett mit Varoufakis


Patrik Etschmayer
Wenn der Bösewicht kein «Joker» ist


Peter Achten / Peking
Regionaler Morast in Ostasien


Regula Stämpfli
Speichelpolizei Bern


Patrik Etschmayer
Wenn der Rand ins Zentrum schleicht


Peter Achten / Peking
Tief einatmen!


Regula Stämpfli
Die Vorteile von Menschen mit Menstruationshintergrund


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 2


Peter Achten / Peking
Le Petit Prince à la chinoise


Regula Stämpfli
UBER-Lösung: Die Deklaration der Daten-Unabhängigkeit


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 1


Peter Achten / Peking
Hong Kong: Pressefreiheit in Gefahr?


Regula Stämpfli
Die Zeichensprache des Bösen


Patrik Etschmayer
Wo die Wahrheit zum Sterben hin geht


Peter Achten / Peking
Roter Wahlabend in Peking


Regula Stämpfli
Gewählt ist: Hashtag


Peter Achten / Peking
Kohl und Kohle - Atemlos


Regula Stämpfli
Einmal Lüge, immer Lüge


Patrik Etschmayer
Sparen wir die Zukunft weg!


Peter Achten / Peking
Der rosarote Hunderter


Regula Stämpfli
Phänomenomics(TM): Viagra übernimmt Botox


Patrik Etschmayer
Mauern mit Donald


Peter Achten
Xi, Obama und das «Great Game»


Regula Stämpfli
Mörderische Ordnungsprinzipien


Patrik Etschmayer
Die Geier des Grauens


Regula Stämpfli
Die Gegenwart der Geschichte


Peter Achten
Dritter Anlauf zur Demokratie



Alles an seinen Platz


Peter Achten / Peking
Nach dem Holz- der Kohle-Ausstieg?


Regula Stämpfli
«Haha» sagt der Clown: Über Dämonen in der Politik


Patrik Etschmayer
Die Suche nach dem Homosexualitäts-Gen: Schwachsinn oder Notwendigkeit?


Peter Achten / Peking
«Es gibt keine Abkürzungen»


Regula Stämpfli
#Wurstgate&Biopolitik


Patrik Etschmayer
Weltuntergangsbeleuchtung oder Chance?


Peter Achten / Peking
Kai Dang Ku - Windelweich


Regula Stämpfli
Rechts«rutsch» dank Finanzkrise


Patrik Etschmayer
Blocher-Clan


Peter Achten / Peking
Grenzen der Armut


Regula Stämpfli
Marke Schweiz: Frauenverhöhnung


Patrik Etschmayer
Akrasia und die Krisen


Peter Achten / Peking
Zwei-Kind-Familienpolitik?